Weltpolitik

Trump stellt Verteidigung von NATO-Partnern infrage

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat einer Zeitung zufolge das bedingungslose Bekenntnis der USA zum Schutz der NATO-Verbündeten infrage gestellt. Die "New York Times" fragte den Geschäftsmann nach eigenen Angaben bei einem Interview, ob er als Präsident den Balten-Staaten im Fall einer russischen Aggression zu Hilfe kommen würde.

Trump stellt Verteidigung von NATO-Partnern infrage SN/APA (AFP)/ROBYN BECK
Trump droht wieder einmal, diesmal den NATO-Verbündeten.

Trump habe geantwortet, dass er vorher prüfen würde, ob "sie ihre Verpflichtungen uns gegenüber erfüllt haben", berichtete das Blatt am Mittwoch. Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort sagte später, dass die Äußerungen im Einklang mit dem Wunsch des republikanischen Kandidaten stünden, US-Verträge zu erneuern. Präsidialamtssprecher Josh Earnest erklärte hingegen, die USA stünden felsenfest zur ihren Zusagen. US-Präsident Barack Obama habe dieses Versprechen erst vor zwei Wochen auf dem NATO-Gipfel in Warschau erneuert.

Trump lobte dem "New York Times"-Bericht nach auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dessen Umgang mit dem Putschversuch. "Ich halte ihm zugute, dass er das wieder unter Kontrolle bekommen hat", zitiert die Zeitung Trump. Zu der Kontroverse über die türkischen Maßnahmen nach dem Aufstand habe Trump erklärt, die USA stünden selbst schlecht da, wenn es um Bürgerrechte gehe.

Trump hat in der Vergangenheit von den NATO-Verbündeten gefordert, einen höheren Beitrag zur kollektiven Verteidigung zu leisten. Dem "New York Times"-Bericht zufolge räumt er ein, diese Haltung stelle einen radikalen Bruch mit der traditionellen Sicherheitspolitik der Republikanischen Partei dar. "Die Lage ist anders als vor 40 Jahren", zitierte ihn die Zeitung. Die Verbündeten dürften nicht mehr die Großzügigkeit Amerikas ausnutzen, die sich das Land nicht mehr leisten könne. Unter Hinweis auf das US-Handelsdefizit sagte Trump dem Blatt zufolge: "Wir geben ein Vermögen für das Militär aus, um dann 800 Milliarden Dollar zu verlieren. Das erscheint mir nicht so klug."

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, Solidarität unter den Verbündeten sei ein zentraler Wert für die Allianz. "Sie ist gut für die europäische Sicherheit und für die amerikanische Sicherheit. Die USA sind immer an der Seite ihrer europäischen Verbündeten gestanden."

Quelle: Apa/Ag.

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