Weltpolitik

Trump-Tochter verlässt wohl Firmenimperium des Vaters

Ivanka Trump, die Tochter des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, wird laut US-Medien aus dem Unternehmensimperium ihres Vaters ausscheiden.

Ivanka Trump will Interessenskonflikte vermeiden.  SN/APA (AFP)/MANDEL NGAN
Ivanka Trump will Interessenskonflikte vermeiden.

Die 35-Jährige werde sich auch aus ihrer eigenen Mode- und Schmuckfirma zurückziehen, berichtete am Dienstag die Zeitung "Washington Post". Die Schritte erfolgen im Rahmen der Umorganisation der Geschäfte der Trump-Familie. Der neue Präsident und seine Verwandtschaft sehen sich kritischen Fragen wegen der zahlreichen potenziellen Interessenskonflikte zwischen ihren wirtschaftlichen Aktivitäten und den politischen Aufgaben ausgesetzt.

Das Thema dürfte auch eine zentrale Rolle bei der Pressekonferenz spielen, die Trump am Mittwoch in New York gibt. Es ist sein erster derartiger Auftritt vor der Presse seit seinem Wahlsieg Anfang November. Eine ursprünglich für Mitte Dezember geplante Pressekonferenz, in der es um die Neuorganisation seines Unternehmensimperiums gehen sollte, hatte der Immobilienmilliardär abgesagt. Für die Pressekonferenz am Mittwoch wurde allerdings kein Thema genannt.

Trump hat angekündigt, den Vorsitz der Trump Organization abzugeben, in der seine diversen wirtschaftlichen Aktivitäten gebündelt sind, von den Hotels, Wohnungs- und Bürobauten sowie Golfplätzen über die Vermarktung seines Namens bis hin zum Weinanbau. Ivanka Trump ist bisher ebenso wie ihre Brüder Donald junior und Eric Vizechefin der Trump Organization.

Trump hatte bereits im Dezember angekündigt, dass die beiden Söhne künftig das Unternehmensimperium leiten sollten. Insofern ist das jetzt von den US-Medien vermeldete Ausscheiden von Ivanka Trump aus der Trump Organization keine Überraschung.

Der voraussichtliche Abschied der Trump-Tochter von zumindest einem Teil ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten erfolgt offensichtlich auch vor dem Hintergrund der künftigen Rolle ihres Ehemanns Jared Kushner. Der 36-Jährige Immobilienunternehmer und Publizist wurde am Montag von Trump zum Spitzenberater im Weißen Haus ernannt. Kushner hatte bereits im Wahlkampf und im nach dem Wahlsieg installierten Übergangsteam eine zentrale Rolle gespielt.

Auch Kushner wird nach Angaben seiner Anwältin aus seinem Unternehmen ausscheiden. Er werde zudem "substanzielle Vermögenswerte" abstoßen und sich aus Regierungsangelegenheiten heraushalten, die seine finanziellen Interessen berühren.

Über Ivanka Trump berichtete das Magazin "Vanity Fair", sie werde auch ihre Anteile an der Trump Organization verkaufen. Allerdings werde sie weiterhin Einkünfte aus einem Teil der dort gebündelten Aktivitäten beziehen, die ihr in festgelegten Abständen ausgezahlt werden sollten.

Die Trump-Tochter wird laut "Washington Post" kein formelles Amt in der Regierung bekleiden. Allerdings gehen Kommentatoren davon aus, dass sie großen Einfluss ausüben und ihre Stiefmutter Melania in den Schatten stellen wird.

Während Melania Trump, die dritte Ehefrau des künftigen Präsidenten, mit dem zehnjährigen Sohn Barron zumindest bis Ablauf des derzeitigen Schuljahres in New York bleiben will, haben sich Ivanka Trump und ihr Mann laut Medienberichten bereits ein Haus in Washington ausgesucht. Das Paar hat drei kleine Kinder.

Ivanka Trump entstammt wie ihre Brüder Donald junior und Eric der ersten Ehe Trumps mit dem Model Ivana Trump. Trump hat fünf Kinder. Seine zweite Tochter Tiffany entstammt seiner zweiten Ehe mit Marla Maples.

Quelle: Apa/Ag.

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