Weltpolitik

Trump weist vor Anhängern Kritik an Amtsführung zurück

Bei einem kämpferischen Auftritt vor tausenden Anhängern hat US-Präsident Donald Trump Kritik an seiner Amtsführung rundweg zurückgewiesen.

Er lief wieder zu Hochform auf: Donald Trump. SN/APA/AFP/NICHOLAS KAMM
Er lief wieder zu Hochform auf: Donald Trump.

"Im Weißen Haus läuft es so reibungslos, so reibungslos", sagte Trump am Samstag bei der Veranstaltung in einem Hangar des Flughafens von Melbourne im US-Bundesstaat Florida. Zugleich warf er den Medien vor, Rückschläge und Krisen seiner Regierung zu erfinden.

"Ich möchte auch zu euch sprechen ohne den Filter der Fake News", sagte Trump zu seinen Anhängern. "Die unehrlichen Medien, die eine falsche Geschichte nach der anderen veröffentlichen, ohne Quellen... sie wollen einfach nicht die Wahrheit berichten." Dadurch seien die Medien "ein großer Teil des Problems" und ein "Teil des korrupten Systems", kritisierte der Präsident.

Trump wiederholte bei der an seinen Wahlkampf erinnernden Versammlung seine Wahlkampfversprechen. Er wolle die Bürokratie abbauen, die Armee stärken und die Gesundheitsreform seines demokratischen Vorgängers Barack Obama rückgängig machen. Außerdem werde er "Jobs produzieren, wie ihr es noch nie erlebt habt".

Vor dem Versammlungsort hatte sich bereits gegen 4.00 Uhr morgens eine Schlange von Trump-Anhängern gebildet, die den Auftritt des US-Präsidenten nicht verpassen wollten. Das Weiße Haus hatte die Veranstaltung als "Versammlung einer Kampagne für Amerika" angekündigt.

Seit seinem Amtsantritt am 20. Jänner hat Trump bereits eine Reihe von Rückschlägen erlitten. So wurde nach der Klage zweier Bundesstaaten sein Einreisedekret ausgesetzt, das Bürgern aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern für 90 Tage die Einreise untersagte.

Vor einigen Tagen trat Trumps Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn zurück. Er zog damit die Konsequenzen aus Medienenthüllungen, wonach es in seinen Telefonaten mit dem russischen Botschafter noch vor Antritt der Trump-Regierung entgegen Flynns Darstellung um die vom damaligen Präsidenten Obama verhängten Sanktionen gegen Russland gegangen war. Dazu war Flynn gemäß US-Recht nicht befugt, da er noch nicht der Regierung angehörte.

Laut "New York Times" standen auch andere Mitglieder des Trump-Teams während des Wahlkampfs wiederholt mit russischen Geheimdienstmitarbeitern in Kontakt. Außerdem steht US-Präsidentenberaterin Kellyanne Conway in der Kritik, weil sie in einem Fernsehinterview offensiv für die Modelinie von Trumps Tochter Ivanka geworben hatte. Die US-Ethikbehörde forderte das Weiße Haus am Dienstag auf, Ermittlungen gegen die enge Vertraute des Präsidenten einzuleiten.

US-Präsident Trump will unterdessen in den nächsten Tagen einen neuen Nationalen Sicherheitsberater auswählen. Am Sonntag werde er deshalb mit vier Kandidaten Gespräche führen, sagte er vor Journalisten.

Es handle sich um Ex-General Keith Kellogg, der das Amt bereits kommissarisch übernommen hat, den früheren Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, sowie Generalleutnant H.R. McMaster und Generalleutnant Robert Caslen, erläuterte Trumps Sprecher Sean Spicer am Samstag auf Trumps Anwesen in Florida. Es könnten aber auch noch einige Kandidaten hinzukommen. Der frühere CIA-Direktor David Petraeus gehört nicht mehr zu den möglichen Anwärtern.

Quelle: Apa/Ag

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