Weltpolitik

Trump will bei Menschenrechten keinen Druck auf Kim ausüben

US-Präsident Donald Trump will den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un beim Thema Menschenrechte nicht in die Pflicht nehmen. Er übe auf Kim keinen Druck in der Sache aus, weil er keinen Atomkrieg wolle, sagte Trump am Freitag. Er habe Kim auch seine Telefonnummer gegeben, damit der Nordkoreaner ihn direkt erreichen könne.

Trump will Kim nicht dreinreden SN/APA (AFP)/SAUL LOEB
Trump will Kim nicht dreinreden

Auf die Frage, was er am Sonntag am US-Vatertag tun werde, sagte Trump, er werde sicherlich Kim anrufen. Trump und Kim hatten sich am Dienstag in Singapur zu einem historischen Gipfel getroffen.

Er könne Kim nun anrufen, das sei eine "sehr wichtige Sache", sagte Trump am Freitag im Gespräch mit Reportern vor dem Weißen Haus. Auch er selbst habe Kim eine "sehr direkte" Telefonnummer gegeben: "Er kann mich jetzt anrufen, wenn er irgendeine Schwierigkeit hat."

Trump pries zugleich erneut die "gute Beziehung", die er jetzt zu dem nordkoreanischen Machthaber habe. Es gebe eine "großartige Chemie" zwischen ihnen beiden. Nach der Menschenrechtslage in dem Land befragt, wollte sich der US-Präsident hingegen nicht äußern: "Ich kann darüber nicht reden", sagte er.

Am Tag zuvor hatte Trump die Menschenrechtsverbrechen der nordkoreanischen Führung relativiert. "Viele andere Leute haben einige wirklich schlimme Sachen gemacht, ich meine, ich könnte viele Länder durchgehen, wo viele schlimme Sachen gemacht wurden", sagte er dem Fernsehsender Fox News.

Bei dem Gipfel am Dienstag war es vor allem um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm gegangen. Der US-Präsident beschrieb die dort unterzeichnete Vereinbarung als Durchbruch.

Sein Vorgänger Barack Obama habe ihm gesagt, dass das nordkoreanische Atomprogramm "das gefährlichste Problem" für die Vereinigten Staaten sei, berichtete Trump in dem jetzigen Gespräch mit Journalisten. "Ich habe das Problem gelöst", sagte der US-Präsident. "Dieses Problem ist großteils gelöst." Die Vereinbarung von Singapur nannte Trump "sehr gut" und "unglaublich".

Kim bekennt sich in der Absichtserklärung zur "vollständigen Denuklearisierung" der koreanischen Halbinsel und damit zum kompletten Abbau seines Atomprogramms. Nähere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen werden in dem Schriftstück allerdings nicht genannt, weshalb die Vereinbarung von vielen Seiten als zu vage kritisiert wird.

Trump verteidigte nun auch seine Entscheidung, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea weitgehend auszusetzen - womit er auf eine langjährige Forderung Pjöngjangs einging. Er habe diese "Kriegsspiele" vom Tag seines Amtsantritts an "gehasst", sagte der US-Präsident. Sie kosteten die USA "Millionen und Millionen von Dollar".

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 10.12.2018 um 12:46 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/trump-will-bei-menschenrechten-keinen-druck-auf-kim-ausueben-29243599

Schlagzeilen