Weltpolitik

Trump will Sicherheitsstandards für See-Ölbohrungen lockern

Die US-Regierung will die Sicherheitsstandards für Ölbohrungen auf See lockern. Am Freitag veröffentlichte Vorschläge der für die Öl-und Gasförderung auf See zuständigen Aufsichtsbehörde BSEE sehen vor, dass die Anforderungen an die Sicherheit und den Umweltschutz gesenkt werden, um Ölbohrungen im Meer künftig zu erleichtern.

Das "Deepwater Horizon"-Unglück liegt knapp acht Jahre zurück SN/APA (AFP/Getty)/MARIO TAMA
Das "Deepwater Horizon"-Unglück liegt knapp acht Jahre zurück

US-Präsident Donald Trump hatte die Behörden im April zu einer Überarbeitung des Regelwerks aufgefordert. Ziel sei es, "unnötige Restriktionen" für die Industrie zu beseitigen und damit die heimische Energieförderung zu stärken, begründet das Innenministerium den Plan.

Indem die Auflagen und die Lasten der Regulierung für die Industrie "verringert" würden, würden die heimische Öl- und Gasproduktion gestärkt und gleichzeitig die hohen Sicherheits- und Umweltstandards beibehalten, erklärte BSEE-Chef Scott Angelle. Er sei zuversichtlich, dass eine Revision des Regelwerks zur Produktionssicherheit dem Ziel der Regierung diene, die Marktstellung auszubauen, ohne die Sicherheit zu opfern.

Nach Angaben der BSEE, die ihre Vorschläge im Bundesanzeiger veröffentlichte, bringen die geplanten Lockerungen der Industrie Einsparungen in Höhe von mindestens 228 Millionen Dollar (190 Millionen Euro) in den kommenden zehn Jahren. Die Öffentlichkeit kann nun 30 Tage lang zu den geplanten Änderungen Stellung nehmen. Die verschärften Sicherheitsstandards waren nach der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 eingeführt worden.

Die Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" von BP war im April 2010 explodiert. Elf Arbeiter kamen ums Leben und hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis das Unternehmen das Leck schließen konnte, die Folgen für die Umwelt waren verheerend. Die Katastrophe kostete den britischen Ölkonzern BP nach neuen Angaben bisher mehr als 63 Milliarden Dollar an Strafzahlungen und Schadenersatz.

(Apa/Dpa/Ag.)

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