Weltpolitik

Trump wünscht auch seinen "vielen Feinden" frohes neues Jahr

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat allen ein frohes neues Jahr gewünscht - auch seinen "vielen Feinden". Trump schickte seine Botschaft am Samstag über Twitter. Neujahrsgrüße sandte der Immobilienmilliardär auch an jene, "die mich bekämpft und so schwer verloren haben, dass sie einfach nicht wissen, was sie tun sollen". Die Kurzbotschaft endet mit dem Ausruf: "Liebe!"

Donald Trump mit seiner Frau Melania.  SN/APA (AFP)/DON EMMERT
Donald Trump mit seiner Frau Melania.

Der Rechtspopulist, der am 20. Jänner das Amt von Präsident Barack Obama übernimmt, bekräftigte zudem seine Zweifel an US-Geheimdiensterkenntnissen, nach denen Russland mit einer Cyber-Attacke die Präsidentschaftswahl in den USA zu beeinflussen versucht hat. Es sei "unfair", gegen Russland solche Vorwürfe zu erheben, solange daran Zweifel bestünden, sagte Trump am Samstag vor Journalisten in seiner Residenz Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida. Wer solche "schwerwiegenden" Vorwürfe erhebe, müsse "sicher sein".

Trump erinnerte daran, dass die US-Geheimdienste vor dem Irak-Krieg die irrige Behauptung aufgestellt hatten, die Regierung in Bagdad verfüge über Massenvernichtungswaffen. Die daraufhin beschlossene Invasion sei ein "Desaster" gewesen. Cyber-Kriminalität sei sehr schwer zu beweisen. Insgesamt zeigte sich Trump skeptisch hinsichtlich der Möglichkeiten zum Schutz gegen Cyber-Attacken. "Kein Computer ist sicher", sagte Trump. Wer etwas "wirklich Wichtiges" mitzuteilen habe, solle es lieber mit traditioneller Post versenden.

Der Streit um Hacker-Angriffe im US-Wahlkampf hatte zuletzt eine Eiszeit in den Beziehungen zwischen Washington und Moskau heraufbeschworen. Obama verkündete am Donnerstag die Ausweisung von 35 als Agenten verdächtigten russischen Diplomaten. Trump erklärte daraufhin, es sei "Zeit für unser Land, zu größeren und wichtigeren Dingen überzugehen".

Russischen Hackern gelang es unterdessen nach Informationen der "Washington Post", ins Netzwerk eines Stromversorgers in den USA einzudringen. Die US-Behörden hätten das gefundene Schadprogramm einer groß angelegten russischen Hackerattacke zugeordnet, berichtete die Zeitung am Freitag. Im System des städtischen Stromversorgers in Burlington im Bundesstaat Vermont sei ein Code entdeckt worden, der der russischen Hackerattacke namens "Grizzly Steppe" zugeordnet werden könne.

Das Schadprogramm wurde nach Angaben des Stromversorgers auf einem Laptop gefunden, der nicht mit dem Stromnetz in Burlington verbunden war. Alle US-Bürger sollten "alarmiert und empört" sein, dass der russische Präsident Wladimir Putin, "einer der größten Gangster weltweit", versucht habe, das Stromversorgungsnetz zu hacken, erklärte der Gouverneur von Vermont, Peter Shumlin.

Eine Sängerin des Mormonen-Chores Tabernacle Choir, der bei Trumps Amtseinführung am 20. Jänner auftreten soll, erklärte unterdessen aus Protest gegen dessen Politik ihren Austritt aus dem Chor. Von außen werde der Auftritt so wirken, als ob der Chor "Tyrannei und Faschismus unterstützt", erklärte Jan Chamberlin. Sie habe ihre Entscheidung nach "mehreren schlaflosen Nächten und aufgewühlten Tagen" getroffen.

(Apa/Ag.)

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