Weltpolitik

Trumps Ex-Anwalt Cohen bekannte sich in acht Fällen schuldig

Der wegen Betrugsvorwürfen unter Druck stehende Ex-Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, hat sich vor Gericht wegen illegaler Wahlkampffinanzierung schuldig bekannt. Cohen erklärte am Dienstag (Ortszeit), dass er im Auftrag eines Präsidentschaftskandidaten gegen die geltenden Gesetze verstoßen habe. Den Namen nannte er nicht.

Michael Cohen, der frühere Rechtsanwalt von US-Präsident Donald Trump. SN/APA (AFP/Getty)/DREW ANGERER
Michael Cohen, der frühere Rechtsanwalt von US-Präsident Donald Trump.

In fünf Anklagepunkten zur Steuerhinterziehung und zu einer Falschaussage gegenüber einer Bank bekannte sich der 51-Jährige ebenfalls schuldig. Das Urteil soll am 12. Dezember fallen.

Vor einem Bundesrichter im New Yorker Stadtteil Manhattan räumte Cohen zudem ein, an zwei Frauen, die nach eigenen Angaben sexuelle Kontakte zu Trump hatten, Schweigegeld in Höhe von 130.000 und 150.000 Dollar (114.000 und 131.000 Euro) gezahlt zu haben. Dies habe er auf Aufforderung des damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump getan und mit der "Intention, die Wahl zu beeinflussen", wurde vor Gericht festgehalten.

Vor dem Termin vor dem Strafgericht in Manhattan hatten US-Medien berichtet, Cohen habe sich im Rahmen einer Abmachung mit der Staatsanwaltschaft zu einem Schuldeingeständnis bereit erklärt. Eine derartige Abmachung könnte beinhalten, dass Cohen sich im Gegenzug für einen Strafnachlass zur Kooperation mit den Ermittlern bereit erklärt habe.

Beamte der Bundespolizei FBI hatten im April Cohens Büro- und Privaträume durchsucht und dabei umfangreiches Material beschlagnahmt. Cohen arbeitete bis vor wenigen Monaten rund zehn Jahre lang für Trump und galt als dessen "Ausputzer" - als Mann, der hinter den Kulissen unangenehme Angelegenheiten bereinigte. Er verfügt dadurch über Kenntnisse über Trumps Privatleben und dessen geschäftliche wie politische Aktivitäten.

Der Anwalt hatte sich in der Vergangenheit stets als absolut loyal gegenüber Trump dargestellt und gesagt, er sei bereit, "sich für den Präsidenten eine Kugel einzufangen". Vor einigen Wochen zeigte der 51-jährige Familienvater dann aber Distanz zum Präsidenten. In einem Interview sagte Cohen, seine "oberste Loyalität" gelte seiner Familie und seinem Land.

Zudem wurde ein Mitschnitt eines Gesprächs zwischen ihm und Trump öffentlich, den Cohen offenbar heimlich gemacht hatte. Der US-Präsident kritisierte das scharf.

Ebenfalls am Dienstag war der wegen Banken- und Steuerbetrugs angeklagte Ex-Wahlkampfleiter Trumps, Paul Manafort, schuldig gesprochen worden. Allerdings gelangte die zuständige Jury nur in acht der insgesamt 18 Anklagepunkte zu dieser Auffassung. In den anderen zehn Punkten konnte sie sich auch nach mehrtägiger Beratung nicht einigen. Die meisten Vorwürfe gegen Manafort fallen in eine Zeit vor dessen fünfmonatiger Tätigkeit für Trumps Wahlkampf.

Quelle: APA

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