Weltpolitik

Türkei plant Operation gegen Kurden-Milizen in Syrien

Die türkischen Streitkräfte stehen nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan unmittelbar vor einer Operation gegen die Kurden-Milizen in Nordsyrien. Erdogan kündigte am Sonntag vor Anhängern seiner AKP im zentralanatolischen Tokat an, "in den kommenden Tagen" werde die "Operation Schutzschild Euphrat" auf die von den Kurden-Milizen der YPG kontrollierte Region Afrin ausgedehnt.

Erdogan möchte die südliche Grenze vom Terror säubern SN/APA (AFP)/ADEM ALTAN
Erdogan möchte die südliche Grenze vom Terror säubern

Ziel sei es, "unsere südliche Grenze vom Terror zu säubern". Er fügte hinzu: "In diesem Prozess erwarten wir von unseren Verbündeten, dass sie im Geiste unserer tief verwurzelten Beziehungen handeln." Besonders die USA rief Erdogan dazu auf, "die legitimen Anstrengungen der Türkei zu unterstützen". Die USA unterstützen die YPG und haben die Kurden-Milizen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit Waffen ausgerüstet, was zu schweren Spannungen mit Ankara geführt hat. "Trotz allem glauben wir, dass wir gemeinsame Interessen mit Amerika in der Region haben und hoffen, dass wir gemeinsam handeln können", sagte Erdogan. Die YPG ist der syrische Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, am Samstag und Sonntag hätten die türkischen Streitkräfte an der Grenze zu Syrien Gebiete unter Kontrolle der YPG mit Artillerie beschossen. Am Samstag hatte Erdogan die YPG zur Kapitulation aufgefordert und gedroht, sie andernfalls innerhalb von "weniger als einer Woche" zu vernichten.

Seit der Operation "Schutzschild Euphrat", die im August 2016 mit einem Vormarsch gegen den IS begann, kontrolliert die türkische Armee eine rund 2.000 Quadratkilometer große Fläche in Nordsyrien. Ziel der Militäroperation ist auch, die Bildung eines durchgängigen Korridors unter Kontrolle der YPG an der Südgrenze der Türkei zu verhindern. Am vergangenen Dienstag hatte Erdogan gesagt: "Jetzt ist es soweit, das Projekt der separatistischen Terrororganisation, einen Syrien-Terrorkorridor zu errichten, vollkommen zunichtezumachen.."

Die türkische Nachrichtenagentur DHA meldete am Sonntag, bei einem Raketenangriff der PKK in der südosttürkischen Provinz Hakkari seien ein Soldat getötet und drei weitere verletzt worden. Der Beschuss sei aus dem Nordirak erfolgt, wo die PKK ihr Hauptquartier hat.

Quelle: Apa/Dpa

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