Weltpolitik

Türkische Armee beschoss syrische Regierungstruppen

Die türkische Armee hat in Nordsyrien Regierungstruppen beschossen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, türkische Soldaten hätten am Donnerstag Grenzschutzsoldaten und Verbündete nahe von Manbij mit Raketen und Artillerie angegriffen. Es habe Tote und Verletzte gegeben. Die oppositionelle syrische Nachrichtenseite Enab Baladi sprach am Freitag von acht toten Grenzschützern.

Die türkische Armee und mit ihr verbündete syrische Rebellen bekämpfen im Norden Syriens unter anderem die Kurdenmiliz YPG, die mit dem lokalen Militärrat von Manbij verbündet ist. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK und fordert, dass die Miliz aus dem Gebiet um die Stadt abzieht. Der Militärrat von Manbij hatte vor einigen Tagen eine Zone westlich der Stadt an Grenztruppen der syrischen Regierung übergeben, damit diese einen Puffer zu den türkisch-syrischen Einheiten bilden.

Die YPG ist in Syrien zugleich der wichtigste Verbündete der US-geführten internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die US-Armee hatte in der vergangenen Woche erklärt, sie habe ihre Präsenz in Manbij verstärkt. Dieser Schritt diene unter anderem dazu, "feindliche Handlungen" zu verhindern.

Syriens Außenministerium forderte die Vereinten Nationen auf, die Türkei sofort zum Abzug ihrer Truppen und zum Stopp ihrer Angriffe zu bringen, wie Sana weiter berichtete. Die Türkei verstoße gegen Syriens Souveränität und internationales Recht, heißt es in Briefen der Regierung in Damaskus an UN-Generalsekretär Antonio Guterres und den Vorsitzender des Sicherheitsrates. Türkische Truppen kämpfen seit August zusammen mit Rebellen in Syrien gegen den IS und die YPG.

Die Türkei gehörte lange zu den schärfsten Gegnern der syrischen Regierung von Präsident Bashar al-Assad. Sie ist noch immer einer der wichtigsten Unterstützer der syrischen Rebellen. Nach einer Annäherung an Assads engen Verbündeten Russland bemüht sich die Regierung in Ankara zusammen mit Moskau derzeit um eine Stärkung der seit Ende Dezember geltenden Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland.

Die syrische Regierung forderte indes die Vereinten Nationen auf, die Türkei zum Abzug ihrer Truppen aus dem Bürgerkriegsland zu zwingen. Einen entsprechen Appell habe das Außenministerium an den UN-Generalsekretär und den Sicherheitsrat gerichtet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Freitag. Die türkischen "Invasionstruppen" hätten Zehntausende Unschuldige getötet und Infrastruktureinrichtungen in Syrien zerstört.

Quelle: Apa/Dpa

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