Weltpolitik

Türkische Küstenwache rettete 46 Migranten aus Seenot

Die türkische Küstenwache hat 46 Migranten in der Ägäis aus Seenot gerettet und eine Person - vermutlich ein vierjähriges Mädchen - tot geborgen. Sie seien am frühen Dienstagmorgen vor dem westtürkischen Bezirk Kusadasi aufgegriffen worden, teilte die Küstenwache mit. Von dort ist es nicht weit bis zur griechischen Insel Samos.

Die Nachrichtenagentur DHA meldete, die Überlebenden - darunter viele Frauen und Kinder - seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Es handle sich um Iraker. Die Küstenwache nannte keine Staatsangehörigkeit.

Seit dem Abschluss des Flüchtlingsdeals mit der EU im März 2016 ist die Zahl der Flüchtlinge, die von der Türkei auf die griechischen Ägäis-Inseln zu gelangen versuchen, deutlich zurückgegangen. Das Abkommen sieht vor, dass syrische Flüchtlinge von den Inseln zurück in die Türkei gebracht werden, doch sitzen die meisten wegen Überlastung der Asylbehörden über Monate in den völlig überfüllten Lagern auf Lesbos, Chios, Samos und anderen Inseln fest.

Nach offiziellen Angaben hat die Türkei mehr als 3,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen. Hinzu kommen Migranten aus Afghanistan und dem Irak.

Zuvor berichtete der Chef des zypriotischen Migrationsbehörde, Andreas Christofi, vom Andauern des Zustroms von Migranten aus dem Nahen Osten nach Zypern. Nach Angaben Christofis setzen monatlich mehr als 1.000 Menschen aus Syrien, dem Libanon und der Türkei nach Zypern über. "Im Vergleich zu seiner Bevölkerung ist unser Land an erster Stelle in der EU, was die Zahl der ankommenden Migranten betrifft", sagte er dem TV-Sender Alpha. 2018 hätten 7.760 Menschen Asyl in Zypern beantragt. Das seien 70 Prozent mehr als 2017. Die syrisch-libanesische Küste liegt rund 170 Kilometer von Zypern entfernt, die türkische nur etwa 70 Kilometer.

In der EU-Inselrepublik Zypern mit gut einer Million Einwohnern leben neben Zehntausenden "legalen" Ausländern auch rund 10.000 Migranten und Flüchtlinge, deren Status nicht geklärt ist. Das Aufnahmelager in Kokkinotrimithia westlich der Hauptstadt Nikosia ist zypriotischen Medien zufolge überfüllt.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

Aufgerufen am 13.12.2019 um 11:06 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/tuerkische-kuestenwache-rettete-46-migranten-aus-seenot-64119553

Kommentare

Schlagzeilen