Weltpolitik

Türkische Regierung: Noch 216 Soldaten sind auf der Flucht

Mehr als drei Wochen nach dem Putschversuch in der Türkei sind nach Regierungsangaben noch immer 216 Soldaten auf der Flucht. Darunter seien neun Generäle, sagte Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus am Montag in Ankara. 30 der Gesuchten gehörten der Gendarmerie an.

Indessen sind bei einer Razzia in der westtürkischen Stadt Izmir 13 Geschäftsleute festgenommen worden. Neun weitere seien zur Fahndung ausgeschrieben, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Montag. Ihnen würden Verbindungen zur Bewegung um den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. Vergangene Woche hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, auch gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger in der Wirtschaft vorzugehen.

Unter den Festgenommenen sei der Chef des Lebensmittelkonzerns Orkide, Ahmet Kücükbay, hieß es weiter. Er sei in Istanbul in Gewahrsam genommen worden. Die Firma stellt unter anderem Speiseöl her. Kücükbay gehört auch der Sender Kanal 35, dessen Zentrale in Izmir dem DHA-Bericht zufolge durchsucht wurde. Eine Verbindung zu Gülen streitet der Geschäftsmann ab.

Seit dem Putschversuch am 15. Juli wurden in der Türkei nach offiziellen Angaben fast 26.000 Verdächtige festgenommen, gegen mehr als 13.000 wurde Haftbefehl erlassen. Die türkische Regierung macht den im US-Exil lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen für den gescheiterten Putsch verantwortlich.

Quelle: Apa/Dpa

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