Weltpolitik

Tunesisches Schiff mit 40 Migranten sucht nach Landehafen

Im Mittelmeer wartet das Schiff einer tunesischen Gasgesellschaft mit 40 geretteten Migranten an Bord seit einigen Tagen vor Tunesiens Küste auf Anweisungen zur Landung. Weder Tunesien, noch Italien, noch Malta haben sich bereit erklärt, den Migranten ihre Tore zu öffnen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Mittwoch.

Die 40 Migranten waren mit einem Schlauchboot von Libyen in Richtung Italien abgefahren. Die tunesische Marine habe den Migranten Hilfe angeboten, diese wollten jedoch an Bord eines europäischen Schiffes genommen werden. Aufgrund des schlechten Zustandes ihres Bootes wurden die Migranten letztendlich vom tunesischen Schiff "Sarost 5" aufgenommen, das jedoch keine Genehmigung zur Landung in Tunesien erhielt.

Wegen des harten Migrationskurses der Regierung in Rom, die private Schiffe mit geretteten Migranten nicht mehr in Italien landen lässt, verschärft sich die Lage auf dem Mittelmeer. Das Schiff der spanischen NGO "Proactiva Open Arms", die eigenen Angaben zufolge eine Migrantin gerettet hat, die seit zwei Tagen im Meer getrieben und die Leiche von zwei weiteren Flüchtlingen geborgen hat, will jetzt nach Spanien fahren.

Nach den Aussagen des italienischen Innenministers Matteo Salvini, der die NGO scharf attackiert hatte, wäre eine Landung in Italien für die NGO "kritisch", berichtete die Hilfsorganisation. Italien hatte sich bereit erklärt, die gerettete Migrantin aufzunehmen.

Unterdessen sank vor der Küste der Türkischen Republik Nordzypern nach einem Bericht des Senders CNN Türk am Mittwoch ein Boot mit 160 Migranten. 101 Flüchtlinge seien gerettet worden, 16 Bootsinsassen hätten nur noch tot geborgen werden können. Boote der nordzyprischen Küstenwache sowie Handelsschiffe suchten nach mindestens 30 noch vermissten Insassen. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

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