Weltpolitik

TV-Debatte der US-Demokraten: Kann eine Frau Präsidentin werden?

Es ist eine Frage, die überholt klingt. Doch in der Fernsehdebatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber wird die Angelegenheit zu einem Streitthema zwischen Elizabeth Warren und Bernie Sanders.

Nach der Fernsehdebatte verweigerte Elizabeth Warren ihrem Mitstreiter Bernie Sanders den Handschlag. SN/AP
Nach der Fernsehdebatte verweigerte Elizabeth Warren ihrem Mitstreiter Bernie Sanders den Handschlag.

Kann eine Frau US-Präsidentin werden? Eine Frage, die bei der TV-Debatte der US-Demokraten in der Nacht auf Mittwoch für einen Disput zwischen den beiden Kandidaten Bernie Sanders und Elizabeth Warren sorgte.
Bereits zu Wochenbeginn berichtete der US-Sender CNN über ein angeblich neues - und für Bernie Sanders Kandidatur hochgefährliches - Detail aus einem Gespräch mit seiner Mitbewerberin Warren. Demnach soll Sanders im Dezember 2018 zu Warren gesagt haben, dass eine Frau nicht den amtierenden Präsident Donald Trump besiegen könne.
"Das habe ich nicht gesagt", dementierte der 72-jährige US-Demokrat in der Fernsehdebatte. Das sei unglaubwürdig. Schon vor 30 Jahren habe er darüber gesprochen, wie eine Frau Präsidentin der Vereinigten Staaten werden könnte. Zudem habe Hillary Clinton bewiesen, dass man Trump schlagen könne. Sie hatte drei Millionen Stimmen mehr als Trump. Doch durch das US-amerikanische Wahlsystem ging Trump 2016 als Gewinner hervor, da im entscheidenden Gremium der Wahlleute er eine Mehrheit erringen konnte.

Warren: "Kann eine Frau Donald Trump schlagen?"

Ohne auf das Dementi von Sanders einzugehen, fragte TV-Moderatorin Abby Phillip Warren, was sie auf die Aussage, dass eine Frau nicht US-Präsidentin sein könne. "Ich war einer anderen Meinung", und fügte zugleich zu. "Bernie ist mein Freund und ich bin nicht hier, um mit Bernie zu streiten."
Sie nutzte aber die Frage, um auf ihre Erfolge hinzuweisen: "Kann eine Frau Donald Trump schlagen? Schauen sie sich die Männer auf der Bühne an. Insgesamt haben sie zehn Wahlen verloren. Die einzigen Personen auf der Bühne, die jede einzelne Wahl gewonnen haben, sind die Frauen hier." Sie meinte neben sich auch noch Amy Klobuchar, Senatorin aus Minnesota.
Ob nun Sanders tatsächlich gesagt haben soll, dass eine Frau nicht gegen Trump gewinnen kann, das bleibt unklar. Doch der Schlagabtausch zwischen Sanders und Warren zeigt, dass die beiden nun sich gegenseitig nicht mehr mit Samthandschuhen anfassen.
In drei Wochen finden die ersten Vorwahlen der Demokraten in Iowa statt. Sanders wie Warren gehören zum linken Lager der US-Demokraten und fischen daher in der gleichen Wählerklientel.
Damit ist auch zu erklären, dass Sanders' Wahlkampfteam am Montag das Gerücht streute, dass vor allem die Elite der Besserverdiener und Akademiker Warren unterstützen. Bernie dagegen, so der Tenor, würde alle Menschen - ob arm oder reich, Arbeiter oder Akademiker - ansprechen.
Ob Sanders so seinen Vorsprung in Iowa ausbauen möchte? In jüngsten Umfragen zu den Vorwahlen in Iowa liegt der Senator aus Vermont auf dem ersten Platz.

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