Weltpolitik

Über 180 Ex-Kindersoldaten in Nigeria an UNICEF übergeben

Die nigerianische Armee hat im Nordosten des Landes mehr als 180 ehemalige Kindersoldaten freigelassen und an das Kinderhilfswerk UNICEF übergeben. Zuvor sei festgestellt worden, dass die acht Mädchen und 175 Buben und Burschen im Alter von 7 bis 18 Jahren keine Verbindungen zur islamistischen Terrormiliz Boko Haram hatten, wie UNICEF am Montag mitteilte.

Wegen dieses Verdachts seien sie in Haft genommen worden. Nun würden sie medizinisch behandelt und psychologisch betreut, bevor sie wieder mit ihren Familien zusammengebracht würden. Seit 2017 hat UNICEF die Wiedereingliederung von mehr als 8700 Kindern unterstützt, die von bewaffneten Gruppen freigelassen wurden.

Boko Haram rekrutiert Kinder zwangsweise und bildet sie auch zu Selbstmordattentätern aus. Von der Terrormiliz wurden seit 2013 mehr als 1000 Kinder verschleppt. Die Entführung von 276 überwiegend christlichen Mädchen aus dem Ort Chibok vor über vier Jahren sorgte weltweit für Entsetzen. Viele von ihnen werden weiter vermisst.

Die Gewalt von Boko Haram hat im Nordosten Nigerias bereits mehr als 20 000 Todesopfer gefordert. Rund 2,5 Millionen Menschen sind in der Region vor der Gewalt geflohen.

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