Weltpolitik

Ukraine stoppt vereinbarten Waffenabzug im Donbass

Im Ukraine-Konflikt hat die Führung in Kiew den vereinbarten Abzug schwerer Waffen aus dem Konfliktgebiet Luhansk vorerst gestoppt. Als Grund gab das Verteidigungsministerium in Kiew am Sonntag mehrfachen Beschuss der Regierungstruppen bei der Stadt Stanyzja Luhanska an.

Die pro-russischen Separatisten teilten mit, sie seien jederzeit zu einem Rückzug der Geschütze bereit, sofern beide Seiten gleichzeitig handelten. Der Abzug ist Teil eines sogenannten Entflechtungsabkommens. Damit sollen die gegnerischen Kämpfer im Frontbereich auf Abstand gebracht werden. So soll eine Art Pufferzone im Donbass entstehen, die von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht werden soll. Für die Umsetzung des Abkommens vom 21. September haben die Konfliktparteien 30 Tage Zeit.

Die Lage im Kriegsgebiet hatte sich zuletzt wieder zugespitzt. Die Militärführung in Kiew berichtete von einem getöteten und einem verletzten Soldaten bei Angriffen der Aufständischen. Die Separatisten warfen den Regierungstruppen ihrerseits zahlreiche Verstöße gegen eine Waffenruhe vor. Dabei seien zwei ihrer Kämpfer getötet worden, hieß es. In dem seit 2014 dauernden Konflikt sind nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 10.000 Menschen getötet worden.

Quelle: Apa/Dpa

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