Weltpolitik

Umfrage sieht Macron schon in erster Wahlrunde vor Le Pen

Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron untermauert seinen Favoritenstatus. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Harris Interactive liegt der 39-Jährige auch in der ersten Wahlrunde vor der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen. Laut der Erhebung käme der parteilose Mitte-Kandidat am 23. April auf 26 Prozent der Stimmen, Le Pen auf 25.

Für Macron läuft es nach Plan.  SN/APA (AFP)/ERIC FEFERBERG
Für Macron läuft es nach Plan.

In der Stichwahl am 7. Mai würde der Gründer der Bewegung "En Marche!" (deutsch etwa: "Vorwärts!" oder "In Bewegung!") die Vorsitzende der Front National klar besiegen: Der Pro-Europäer käme demnach auf 65 Prozent, Le Pen auf 35 Prozent. Im Vergleich zu einer Umfrage vor zwei Wochen legt der sozialliberale Reformpolitiker in der Stichwahl um fünf Prozentpunkte zu. Le Pen verliert fünf Punkte.

Der wegen einer Scheinbeschäftigungsaffäre angeschlagene konservative Kandidat Francois Fillon kommt in der Umfrage auf nur 20 Prozent. Er würde damit schon im ersten Wahlgang ausscheiden. Der sozialistische Kandidat für die Nachfolge von Staatschef Francois Hollande, Benoit Hamon, kommt auf magere 13 Prozent, vor Linkspartei-Gründer Jean-Luc Melenchon mit zwölf Prozent. Für die repräsentative Umfrage wurden vom 6. bis 8. März 4533 Franzosen befragt.

Auch wegen Fillons Absturz in den Meinungsumfragen gilt Macron schon seit einiger Zeit als Präsidentschaftsfavorit. Bisher lag Hollandes früherer Wirtschaftsminister (2014 - 2016) aber in Umfragen für den ersten Wahlgang fast immer knapp hinter Le Pen. In der Stichwahl sahen ihn Meinungsforscher stets als klaren Sieger gegen die Front-National-Vorsitzende. Erklärtes Ziel von Macrons Wahlkampfteam ist es, schon in der ersten Runde vor der Rechtsextremen zu landen.

Als frisches Gesicht im französischen Politikbetrieb ist Macron für viele Franzosen zum Hoffnungsträger geworden. Der 39-jährige frühere Investmentbanker zielt auf die politische Mitte ab und umwirbt mit seinem Programm sowohl sozialistische als auch konservative Wähler. Zuletzt sind eine Reihe sozialistischer Politiker zu Macron übergelaufen. Sie halten das Wahlprogramm des Kandidaten Hamon für zu links - und gehen fest von dessen Niederlage bei der Präsidentschaftswahl aus.

Macron sagte bei einer Wahlkampfveranstaltung, er würde bei einem Wahlsieg gerne eine Frau zur Premierministerin machen. "Ich habe darüber mit anderen gesprochen, insbesondere mit Männern, und es ist etwas, das ich mir eher wünschen würde." Zugleich betonte Macron jedoch, er werde den Posten nicht anhand des Geschlechts vergeben: "Ich werde den kompetentesten, den fähigsten Premierminister aussuchen."

Derweil baute der Konservative Fillon sein Wahlkampfteam um. Er gab unter anderem zwei Vertrauten von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy Schlüsselpositionen: Der Senator Francois Baroin ist künftig zuständig für den "politischen Zusammenschluss", der konservative Fraktionschef Christian Jacob wird zu einem der Wahlkampf-Koordinatoren. Damit versucht der in den eigenen Reihen höchst umstrittene Fillon seine Partei wieder geschlossen hinter sich zu bekommen.

Quelle: Apa/Ag.

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