Weltpolitik

UN-Sicherheitsrat verurteilte Raketentest Nordkoreas

Die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats haben den erneuten Raketentest Nordkoreas einstimmig verurteilt und weitere "bedeutsame Maßnahmen" gegen Pjöngjang angekündigt. Auch China, Nordkoreas wichtigster Verbündeter, stimmte für die Erklärung. Die nordkoreanische Führung reagierte darauf am Sonntag mit der Ankündigung, sie werde als "vollwertige Militärmacht" weitere Schritte ergreifen.

UN-Sicherheitsrat verurteilte Raketentest Nordkoreas SN/APA (AFP)/KNS
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un feierte den Raketentest.

Obwohl UN-Resolutionen es Pjöngjang untersagen, hatten die nordkoreanischen Streitkräfte am Mittwoch von einem U-Boot aus eine ballistische Rakete abgefeuert. Die Rakete wurde nordöstlich des Hafens Sinpo abgeschossen und flog mit 500 Kilometern deutlich weiter als frühere Flugkörper. Japan beklagte eine Verletzung seiner Luftverteidigungszone durch den Raketentest.

Die USA, Japan und Südkorea verurteilten den Raketentest in aller Schärfe. Peking kritisierte seinen Verbündeten ebenfalls mit ungewöhnlich deutlichen Worten. Derzeit gibt es verstärkt Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wegen des jährlich stattfindenden Militärmanövers der USA und Südkoreas.

Ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums nannte die Erklärung des UN-Sicherheitsrats ein "Produkt der Banditentaten der USA". Washington sei davor gewarnt worden, Nordkoreas Würde zu verletzen. Die USA hätten diese Warnung ignoriert und das Existenzrecht der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) in Frage gestellt. Pjöngjang werde als "vollwertige Militärmacht" weiterhin eine Reihe von Schritten unternehmen.

In den von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Ausführungen des Sprechers hieß es weiter: "Die DVRK verfügt über umfangreiche Mittel, um die Angriffstruppen auf dem US-Festland und im Einsatzgebiet des Pazifiks augenblicklich in Schutt und Asche zu legen."

Das US-Korea Institute an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore erklärte unterdessen auf seiner Internetseite, der erfolgreiche Test vom Mittwoch lege nahe, dass das nordkoreanische Raketenprogramm schneller vorankomme als ursprünglich erwartet. "Das bedeutet aber nicht, dass es nächste Woche, nächsten Monat oder auch nächstes Jahr einsatzbereit ist", hob das Institut hervor. Eine Verwendung der Rakete "in einer anfänglichen Einsatzbereitschaft" sei "frühestens im zweiten Halbjahr 2018" zu erwarten.

Nordkorea hatte im Jänner nach eigenen Angaben eine Atombombe getestet. Es war bereits Nordkoreas vierter Atomwaffentest seit 2006. In den Wochen nach dem erneuten Atomtest feuerte der autoritär regierte Staat eine Reihe von Raketen ab. Der UN-Sicherheitsrat beschloss deshalb Anfang März die bisher schärfsten Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen das isolierte Land. Seit dem ersten Atombombentest wurden bereits fünf Sanktionsrunden verhängt.

Washington und Seoul versichern, das derzeitige Großmanöver "Ulchi Freedom" habe einen rein defensiven Charakter. Die Beteiligten spielen bei der zweiwöchigen Übung das Szenario eines Einmarschs der Streitkräfte Nordkoreas in den Süden durch. Die Übung ist zu großen Teilen computersimuliert, doch wirken dabei 50.000 südkoreanische und 25.000 US-Soldaten mit.

Das nordkoreanische Außenministerium nannte das Manöver einen "unverzeihlichen kriminellen Akt", der die koreanische Halbinsel "an den Rand des Krieges" bringen könnte. Die Volksarmee stufte das Manöver als eine Übung für einen atomaren Überraschungsangriff gegen Nordkorea und für eine Invasion in das Land ein.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 19.09.2018 um 03:27 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/un-sicherheitsrat-verurteilte-raketentest-nordkoreas-1120645

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