Weltpolitik

UNICEF: 175 Millionen Kinder bekommen keine Vorschulbildung

Weltweit haben mindestens 175 Millionen Kinder keinen Zugang zu vorschulischer Bildung. Damit wird rund die Hälfte aller Drei- bis Sechsjährigen nicht vor dem Schulbeginn gefördert, in den ärmsten Ländern der Welt nur jedes fünfte Kind. Das geht aus einer Studie hervor, die das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Dienstag veröffentlichte.

In den ärmsten Ländern Vorschulbildung nur für jedes fünfte Kind SN/APA (AFP)/AAREF WATAD
In den ärmsten Ländern Vorschulbildung nur für jedes fünfte Kind

Während etwa in Österreich und den meisten anderen westeuropäischen Ländern fast jedes Kind Vorschulbildung erhält, waren es beispielsweise in Burkina Faso 2017 nur vier Prozent. Die Hauptursachen für fehlende frühkindliche Bildung sind laut UNICEF Armut und der Bildungsstand der Mutter, ebenso wie Kriege und Katastrophen. Kinder, deren Mütter eine weiterführende Schule abgeschlossen hätten, nutzten fünfmal so häufig vorschulische Angebote wie Mädchen und Buben, deren Mutter nur die Volksschule oder gar keine Schule abgeschlossen habe.

UNICEF fordert alle Regierungen auf, mindestens zehn Prozent ihres Bildungsetats in frühkindliche Förderung zu investieren. 2017 seien es im globalen Durchschnitt nur etwa sieben Prozent gewesen. Weltweit würden 9,3 Millionen neue Vorschul-Lehrkräfte benötigt, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung in diesem Bereich bis 2030 zu erreichen.

"Wenn wir unseren Kindern das Beste im Leben ermöglichen wollen, müssen Staats- und Regierungschefs Vorschulbildung zu einer Priorität erklären und entsprechende Ressourcen bereitstellen", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Wer im Vorschulalter adäquat gefördert werde, müsse seltener Klassen wiederholen oder die Schule abbrechen.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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