Weltpolitik

UNO beklagt Gewalt in Syrien vor neuen Friedensgesprächen

Die UNO hat sich vor den wichtigen Friedensgesprächen in Genf besorgt über die jüngste Zunahme der Gewalt in Syrien gezeigt. Laut UNO-Sprecher Farhan Haq sei man "alarmiert" angesichts der jüngsten Intensivierung der Kämpfe im Großraum Damaskus. Unterdessen haben radikale Islamisten mit Verbindungen zur Extremistenmiliz IS mehrere syrische Ortschaften nahe der Grenze zu Israel eingenommen.

Kein Ende der Gewalt in Syrien SN/APA/AFP/MOHAMAD ABAZEED
Kein Ende der Gewalt in Syrien

Aktivisten hatten zuvor berichtet, dass die syrische Armee ihre Angriffe auf Rebellen nahe der Hauptstadt verstärkt hat. Die Viertel Barseh und Kabun seien von Luftangriffen und Raketen der Regierung getroffen worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Demnach gab es mehrere Tote. Die Opposition warf der Regierung vor, die Verhandlungen in Genf sabotieren zu wollen.

Auch der UNO lägen Berichte über getötete und verletzte Zivilisten durch Angriffe in Kabun und Barseh sowie in Tishreen und Harasta vor, sagte Haq. In den betroffenen Gebieten lebten mehr als 100.000 Zivilisten in Not, führte Haq aus

Im Gebiet nahe der Grenze zu Israel starteten IS-nahe Kämpfer nach Angaben rivalisierender Rebellen am Montag überraschend eine Offensive. Dabei seien auch mehrere Panzer zum Einsatz gekommen. Zudem hätten Schläferzellen in mehreren Ortschaften den Angreifern geholfen.

Gegner der Islamisten war die Freie Syrische Armee, die als vergleichsweise gemäßigt gilt. Die größte eroberte Ortschaft ist den Angaben zufolge Tsil, wo auch Zehntausende Flüchtlinge leben. Bei den Angreifern handelt es sich um die sogenannte Khalid-Ibn-Al-Walid-Armee, die im vergangenen Jahr aus zwei jihadistischen Gruppen entstand und jetzt das Gebiet südöstlich der Golanhöhen beherrscht. Die Islamisten haben offenbar dem IS die Gefolgschaft geschworen. Die Extremistenmiliz beherrscht vor allem in Ostsyrien große Landstriche.

Vertreter von Regierung und Rebellen sollen am Donnerstag in Genf unter Vermittlung der UNO zu neuen Friedensverhandlungen zusammenkommen.

(Apa/Ag.)

Aufgerufen am 23.11.2017 um 12:57 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/uno-beklagt-gewalt-in-syrien-vor-neuen-friedensgespraechen-71203

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