Weltpolitik

UNO beunruhigt über Kämpfe bei wichtigem Hafen im Jemen

Der UNO-Vermittler für das Bürgerkriegsland Jemen, Martin Griffith, hat sich besorgt über Kämpfe nahe der strategisch wichtigen Hafenstadt Al-Hudaydah (Hodeida) gezeigt. "Ich habe von vielen Experten gehört, dass sie große Angst vor einem Angriff auf Al-Hudaydah und den damit verbundenen schweren und vermeidbaren humanitären Folgen haben", sagte Griffith nach einem Besuch in der Hauptstadt Sanaa.

Er habe Sorgen angesichts der negativen Auswirkungen für den Friedensprozess in dem Land. Der Seehafen steht unter Kontrolle der Houthi-Rebellen, die weite Teile im Norden des Landes sowie die Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Sie werden von der international anerkannten Regierung des Landes bekämpft, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten militärisch unterstützt wird.

Die Regierungstruppen hatten im Oktober zusammen mit ihren Verbündeten eine großangelegte Militäroffensive gestartet, um den wichtigen Seehafen von Al-Hudaydah einzunehmen. Die Kämpfe waren zuletzt nur noch wenige Kilometer von der Stadt entfernt. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge mussten Zehntausende Menschen wegen der Gewalt aus ihren Häusern fliehen. Über den Hafen laufen 70 Prozent der humanitären Hilfe für die von den Houthis kontrollierten Gebiete.

Sollte der Zugang in das Land über Al-Hudaydah unmöglich werden, droht dem Norden der komplette Kollaps. Die Situation im Jemen ist ohnehin schon verheerend: Die UNO bezeichnete sie als größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart. 

Vergangenes Jahr hatte die jemenitische Regierung vorgeschlagen, dass die Vereinten Nationen die Verwaltung des Hafens von Al-Hudaydah übernehmen sollten, was die Rebellen ablehnten. Berichten zufolge will auch UNO-Vermittler Griffith nun eine ähnliche Zusage von den Houthis, um die Region um Al-Hudaydah - zu der auch ein zweiter Hafen beim Ort Salif gehört - vor Kämpfen zu schützen. Al-Hudaydah gehört zu den größten Städten des Landes.

Der politische Prozess zwischen den Kriegsparteien im bitterarmen Jemen ist festgefahren - Friedensgespräche waren zuletzt 2016 gescheitert. Griffith kündigte an, die Verhandlungen in der "nahen Zukunft" wieder aufnehmen zu wollen.

Quelle: Apa/Dpa

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