Weltpolitik

UNO kann Zivilisten in Deir al-Zor wieder versorgen

Die Vereinten Nationen haben nach zweiwöchiger Unterbrechung die Versorgung der eingeschlossenen Zivilbevölkerung in der ostsyrischen Stadt Deir al-Zor wieder aufgenommen. Das UNO-Welternährungsprogramm gab am Dienstag bekannt, dass wieder Lebensmittel für die mehr als 90.000 Zivilisten an zwei Stellen der Stadt abgeworfen würden. Unterdessen liefern die USA erstmals gepanzerte Fahrzeuge.

Deir al-Zor ist heftig umkämpft.  SN/APA (AFP/Archiv)/AYHAM AL-MOHAMM
Deir al-Zor ist heftig umkämpft.

Die Lebensmittelabwürfe waren am 15. Jänner eingestellt worden, nachdem die Extremistenorganisation Islamischer Staat einen Großangriff auf die Stadt begonnen hatte. Seit April vergangenen Jahres wurden nach WFP-Angaben mehr als 3.300 Tonnen Lebensmittel und humanitäre Güter abgeworfen.

Der IS kontrolliert weite Teile der Stadt und belagert den Rest seit fast zwei Jahren. Deir al-Zor nahe der irakischen Grenze ist besonders heftig umkämpft, weil es an der Hauptverbindung die faktischen Hauptstadt der Islamisten im syrischen Raqqa zu Gebieten im Irak liegt, die ebenfalls vom IS kontrolliert werden.

Prowestliche syrische Kämpfer haben inzwischen erstmals Panzerfahrzeuge als Unterstützung erhalten. Das militärische Gerät sei vor wenigen Tagen eingetroffen, sagte ein Sprecher der von den USA unterstützten kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF).

Auch wenn es sich nur um eine kleine Anzahl an gepanzerten Truppentransportern und anderen Fahrzeugen handle, sei dies dennoch bedeutsam, weil es auf eine neue Politik (unter US-Präsident Donald Trump, Anm.) hindeute, sagte der Sprecher. "Es gibt Zeichen einer vollen Unterstützung durch die neue amerikanische Führung für unsere Streitkräfte, mehr als zuvor", lobte der Sprecher.

Quelle: Apa/Ag.

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