Weltpolitik

UNO wirft internationaler Gemeinschaft Versagen vor

Angesichts der größten Flüchtlingskrise seit dem zweiten Weltkrieg hat der UN-Menschenrechtsbeauftragte Zaid Raad al-Hussein der internationalen Gemeinschaft Versagen vorgeworfen. "Dies sollte kein bequemer Gipfel sein", sagte Zaid am Montag beim ersten UN-Gipfel zu Flüchtlingen und Migration in New York.

Die "bittere Wahrheit" sei, dass der Gipfel einberufen worden sei, "weil wir versagt haben", sagte Zaid mit Verweis auf den seit fünfeinhalb Jahren anhaltenden Bürgerkrieg in Syrien.

"Viele haben offenbar die beiden Weltkriege vergessen, was passiert, wenn Angst und Wut durch Halbwahrheiten und unverhohlene Lügen geschürt werden", warnte Zaid in seiner immer wieder von lautem Applaus unterbrochenen Rede vor der UN-Vollversammlung. In zu vielen Ländern würden "die Verteidiger dessen, was gut und richtig ist, von rassenhetzerischen Fanatikern übergangen", von denen "einige an diesem Morgen auch in diesem Saal sitzen".

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon startete anlässlich des Flüchtlingsgipfels eine weltweite Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit. "Wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir über Flüchtlinge und Migranten reden", sagte Ban in New York.

Allein durch den Krieg in Syrien wurden fast neun Millionen Menschen vertrieben, vier weitere Millionen flohen in Nachbarländer oder nach Europa. Insgesamt gibt es weltweit 65 Millionen Vertriebene, 21 Millionen von ihnen sind auf der Flucht vor Verfolgung, Armut oder Konflikten wie dem Bürgerkrieg in Syrien, durch den bereits 300.000 Menschen starben.

Die Vereinten Nationen veranstalten erstmals in ihrer Geschichte einen Gipfel rund um das Thema Flucht und Migration. Konkrete Zusagen werden nicht erwartet, geeinigt hat man sich aber im Vorfeld auf die "New Yorker Erklärung" - eine Absichtserklärung mit einem Bekenntnis zur Solidarität.Zum Auftakt des UNO-Flüchtlingsgipfels forderte der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller Geberländer in aller Welt auf, die versprochenen Hilfsgelder für die Opfer des Bürgerkrieges in Syrien auszuzahlen. Von den im Februar in London zugesagten rund zehn Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Euro) sei noch nicht einmal die Hälfte ausgezahlt worden, sagte er am Montag.

Zu dem Flüchtlingsgipfel in New York werden am Montag Vertreter von mehr als 150 Staaten erwartet. Auch Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) nehmen teil. Weltweit gibt es 65 Millionen Vertriebene, 21 Millionen von ihnen sind auf der Flucht vor Verfolgung, Armut oder Konflikten wie dem Bürgerkrieg in Syrien, durch den bereits 300.000 Menschen starben.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 23.09.2018 um 06:47 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/uno-wirft-internationaler-gemeinschaft-versagen-vor-1052158

Schlagzeilen