Weltpolitik

US-Demokraten erhöhen in E-Mail-Affäre Druck auf FBI-Chef

Die Demokraten erhöhen in der E-Mail-Affäre um ihre Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton den Druck auf FBI-Chef James Comey. Eine Woche vor der Wahl am 8. November warf Wahlkampf-Manager Robby Mook Comey am Dienstag Parteilichkeit vor und forderte außerdem Veröffentlichungen zu Clintons Kontrahent Donald Trump.

US-Demokraten erhöhen in E-Mail-Affäre Druck auf FBI-Chef SN/APA (AFP/Getty)/JUSTIN SULLIVAN
Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook.

"Wenn Sie damit beschäftigt sind, Informationen über Ermittlungen über die Präsidentschaftskandidaten zu veröffentlichen, veröffentlichen sie alles, was Sie über Donald Trump haben", forderte er am Dienstag in einem CNN-Interview FBI-Chef Comey auf. Insbesondere sollten die Verbindungen des Kandidaten der Republikaner zu Russland offengelegt werden. Nach einer Umfrage für den Sender ABC und die "Washington Post" konnte Trump zulegen.

Hintergrund der Auseinandersetzungen ist die E-Mail-Affäre um Clinton, die als Außenministerin ihren dienstlichen Mail-Verkehr über ihren privaten Account laufen ließ und damit ein Sicherheitsrisiko eingegangen sein soll. Das FBI untersuchte ein Jahr lang den Fall und stellte im Juli fest, es gebe keinen Grund für eine Anklage. Am Freitag schrieb FBI-Chef Comey jedoch an führende Kongressmitglieder, es seien neue Mails aufgetaucht, die in einem Zusammenhang mit den früheren Ermittlungen stehen könnten. Damit wurden Spekulationen über ein mögliches Fehlverhalten Clintons befeuert, was Trump in seinen Wahlkampfauftritten sofort aufnahm.

Die Demokraten werfen nun Comey vor, sein Brief enthalte keine Fakten, sei aber voller Anspielungen. Gleichzeitig verliere der Republikaner Comey kein Wort über Trump. Das FBI habe nichts über die Rolle Russlands im US-Wahlkampf oder russischen Verbindungen zu Trump und seinen Beratern veröffentlicht, erklärte Mook.

Die US-Regierung hat Russland vorgeworfen, hinter Indiskretionen und Cyber-Attacken auf die Demokratische Partei zu stecken. Die "New York Times" berichtete allerdings am Montag, amtliche Untersuchungen über mögliche, von Russland aus gesteuerte Manipulationen des US-Wahlkampfes hätten keine belastbaren Hinweise ergeben. Dasselbe gelte für mögliche Verbindungen Trumps zu Russland.

Quelle: Apa/Ag.

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