Weltpolitik

US-Politiker will nicht allein mit Reporterin reden - und löst Sexismus-Debatte aus

Robert Forster ist gerade auf Wahlkampftour im US-Bundesstaat Mississippi. Der Republikaner will Gouverneur werden. Doch was er nicht will: Ein Interview allein mit einer Frau führen. Die Reporterin sieht sich benachteiligt. Zwei Jahre nach #MeToo entbrennt damit eine neue Sexismus-Debatte in den USA.

Hat Angst vor falschen Beschuldigungen, wenn er allein mit einer Frau ist: Republikaner Robert Foster.  SN/AP
Hat Angst vor falschen Beschuldigungen, wenn er allein mit einer Frau ist: Republikaner Robert Foster.

Ist es Respekt vor seiner Frau - oder Sexismus gegenüber der Reporterin? Der Gouverneurskandidat von Mississippi, Robert Forster, hat ein Interview mit einer Journalistin abgelehnt. Der Grund: Er will nicht allein mit einer Frau in einem Raum sein.

Larrisson Campbell, Journalistin bei der Zeitung "Mississippi Today", wollte den Republikaner bei seinen Wahlkampfauftritten für einen Tag lang begleiten, um ein Interview zu führen. Doch allein mit der 40-Jährigen, das gehe für Foster nicht. Der 36-Jährige nennt religiöse Gründe für seine Entscheidung: So habe er seiner Ehefrau versprochen, niemals mit einer Frau allein sich zu treffen, zu essen oder nur in einem Raum zu sein. Wie er auf Twitter schreibt möchte er damit vermeiden, dass es zu einer Situation kommt, die seine Ehe gefährden könnte.

Die Journalistin Larrisson Campbell wertet das Vorgehen des Gouverneurskandidat als Sexismus. "Ein ,unangemessenes Auftreten' entsteht nur dann, wenn der Reporter nicht als Reporter gesehen wird, sondern als Sexobjekt", schreibt die 40-Jährige Journalistin auf Twitter.

Der Streitfall löste eine Sexismus-Debatte aus, die viele US-amerikanische Medien beschäftigt. Denn die USA waren vor zwei Jahren Ausgangspunkt für die Sexismusdebatte unter dem #MeToo. Schon damals äußerte sich Forster kritisch über den gesellschaftlichen Diskurs über Sexismus. Männer seien seiner Ansicht nach seit #MeToo ständig "unter Beschuss".

Der Gouverneurkandidat schlug ein Interview vor, bei dem neben der Reporterin eine männliche Aufsichtsperson anwesend ist. Campbell lehnte den Vorschlag ab.

Quelle: SN

Aufgerufen am 22.08.2019 um 06:58 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/us-politiker-will-nicht-allein-mit-reporterin-reden-und-loest-sexismus-debatte-aus-73331011

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