Weltpolitik

US-Regierung warnt Assad vor Angriff auf Kurdengebiete

Die USA haben den syrischen Machthaber Bashar al-Assad vor einem Angriff auf die Kurdengebiete in Nordsyrien gewarnt, nachdem er in einem Interview mit einer Offensive gedroht hatte. Alle Konfliktparteien in Syrien sollten verstehen, dass ein Angriff auf die US-Streitkräfte oder ihre Verbündeten "eine schlechte Entscheidung" wäre, sagte der Pentagon-Vertreter Kenneth McKenzie am Donnerstag.

Präsident Assad droht mit Offensive gegen Kurdengebiete SN/APA (AFP/SANA)/HANDOUT
Präsident Assad droht mit Offensive gegen Kurdengebiete

Die USA unterstützen in Syrien die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mit Waffen, Luftangriffen und Spezialkräften. Das Rückgrat der SDF bilden die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die weite Gebiete im Norden des Landes kontrollieren. Mit der stillschweigenden Duldung der Regierung haben die Kurden dort eine eigene Verwaltung aufgebaut.

Assad sagte am Donnerstag aber in einem Interview mit dem Sender Russia Today (RT), er wolle auch die Kurdengebiete wieder unter seine Kontrolle bringen. Wenn Verhandlungen mit den SDF keinen Erfolg hätten, werde er "diese Gebiete mit Gewalt befreien", sagte Assad. Zwar hat die syrische Regierung die Autonomie der Kurdengebiete nie offiziell anerkannt, aber eine direkte Konfrontation mit der YPG bisher vermieden.

Die Pentagon-Sprecherin Dana White sagte, die USA hätten nicht vor, in einem Konflikt zwischen Assad und den Kurden Partei zu ergreifen. Daher würden die US-Streitkräfte den SDF nur in Gegenden Schutz bieten, in denen sie gegen die IS-Miliz kämpfen. Die USA liegen wegen ihres Bündnisses mit der YPG auch im Konflikt mit der Türkei, welche die kurdische Miliz als Terrororganisation betrachtet und als Bedrohung sieht.

Quelle: Apa/Ag.

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