Weltpolitik

US-Wahl 2016: Donald Trump will "Präsident aller Amerikaner" sein

Das Unerwartete ist eingetreten. In einer dramatischen Wahlnacht zog Donald Trump an Hillary Clinton vorbei.

Donald Trump ist zum 45. Präsidenten der USA gewählt worden. Er löst am 20. Jänner 2017 Barack Obama im Amt ab. Trump siegte nach einer langen Nacht der Stimmenauszählung laut übereinstimmenden Prognosen von US-Medien über die Demokratin Hillary Clinton.

Nach einer harten Konfrontation während des Wahlkampfes gelobte Trump in seiner Siegesrede Mittwochfrüh in New York, er werde "Präsident aller Amerikaner" sein. Über seine Konkurrentin Clinton sagte er, für ihren Dienst an den USA schulde man ihr sehr großen Dank.

Als Präsident kann Trump im US-Kongress auf eine Mehrheit in beiden Häusern zählen. In der Wahlnacht konnten die Republikaner ihre knappe Mehrheit von 51 der 100 Sitze im Senat verteidigen. Der Partei von Hillary Clinton gelang es nur in einem umkämpften Staat, Illinois, den Republikanern einen Senatssitz abzujagen. Kandidatin Tammy Duckworth siegte dort über den amtierenden Senator Mark Kirk. Prominente Republikaner wie John McCain in Arizona und Jungstar Mario Rubio in Florida behielten ihre Senatssitze. Schon vor der Wahl hatten Experten vorausgesagt, dass die Demokraten keine Chance für eine Machtübernahme des Repräsentantenhauses mit seinen 435 Sitzen hatten.

Trump kündigte in seiner Siegesrede an, mit anderen Staaten zusammenarbeiten zu wollen. "Die internationale Gemeinschaft soll wissen, wir werden die Interessen der USA immer voranstellen, aber wir werden alle fair behandeln", sagte der Republikaner. Im Wahlkampf hatte er unter anderem angekündigt, eine Mauer an der Grenze zum Nachbarstaat Mexiko zu bauen und diesen dafür bezahlen zu lassen. Außerdem hatte er sich skeptisch zu Handelsabkommen der USA mit anderen Staaten geäußert und von Neuverhandlungen gesprochen.

International gab es einige negative Reaktionen auf den Wahlsieg Trumps. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, ein Sozialdemokrat, erwartet etwa schwierige Beziehungen mit den USA in Zukunft. Die Börsen in Europa und Japan reagierten mit Kursstürzen. Allerdings gab es auch Jubel: Die Rechtspopulistin Marine Le Pen in Frankreich und der ungarische Regierungschef Viktor Orban gratulierten dem Republikaner zu seinem Wahlsieg.

Verhaltener war die Reaktion in China, das Trump im Wahlkampf immer wieder als Gegner der USA dargestellt hatte. "Wir hoffen, dass die neue Administration der USA gute und stabile Beziehungen zu China fortsetzt und ausbaut, wovon beide Ländern und die Völker der Welt profitieren werden", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Peking.

In Österreich zeigten sich Auslandsamerikaner während der "Election Night" im "Wien Museum" teilweise geschockt. Manche Clinton-Fans waren geradezu verzweifelt. "Trump wird uns den Krieg bringen, er ist sexistisch, er repräsentiert nicht das Amerika, das ich kenne. Ich habe Angst davor, was er mit der muslimischen oder mexikanischen Community macht", meinte ein junger Amerikaner während einer als Wahlparty geplanten Veranstaltung im irischen Pub "Golden Harp".

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Quelle: SN

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