Weltpolitik

USA drohen Syrien und Nordkorea

Mit scharfen Warnungen haben sich die USA an Syrien und Nordkorea gewandt. Man habe Hinweise, dass die syrische Regierung womöglich "einen weiteren Chemiewaffen-Angriff" vorbereitet. Sollte es dazu kommen, würde dies wahrscheinlich "den Massenmord an Zivilisten" bedeuten, darunter unschuldige Kinder, teilte das Weiße Haus mit. Machthaber Bashar al-Assad würde dafür "einen hohen Preis" zahlen.

"Große Bedrohung", die nun gehandhabt werden müsse.  SN/APA (AFP)/SAUL LOEB
"Große Bedrohung", die nun gehandhabt werden müsse.

Bei den derzeit beobachteten Aktivitäten handle es sich um ähnliche Vorbereitungen wie jene, "die das Regime vor seinem Chemiewaffen-Angriff am 4. April 2017 getroffen hat", hieß es in der Mitteilung. Damals waren bei einem mutmaßlichen Giftgas-Angriff auf die Stadt Khan Sheikhoun mehr als 80 Menschen getötet worden. Der Westen machte die syrischen Regierungstruppen verantwortlich, Assads Regierung wies jegliche Schuld von sich.

Moskau verurteilte die jüngste Erklärung der US-Regierung. Kreml-Sprecher Dimitri Peskow erklärte in Moskau, dass die "Drohungen (...) nicht hinnehmbar" seien. Er kenne die Gründe nicht, die hinter den US-Vorwürfen gegen das Assad-Regime stünden.

Zugleich wiederholte US-Präsident Donald Trump die Warnungen seiner Regierung an die Adresse Nordkoreas. Das Land stelle eine große Bedrohung dar, die nun gehandhabt werden müsse, sagte Trump in Washington. Er fügte hinzu, wahrscheinlich müsse dies schnell geschehen.

Nordkorea verglich in der Folge Trump mit Hitler. Trump "folgt Hitlers diktatorischer Politik", indem er die Welt in "Freunde und Feinde" einteile, um "Unterdrückung" zu rechtfertigen, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag in einem Leitartikel. Trumps Kurs ähnle einem "Nazitum des 21. Jahrhunderts".

Wegen des nordkoreanischen Atomprogramms eskaliert seit Monaten der Streit zwischen Washington und Pjöngjang. Zuletzt hatte Nordkorea den US-Präsidenten als "Psychopathen" bezeichnet. Nun legte das isolierte Land verbal noch einmal nach.

Vor allem die von Trump verkündete "Amerika zuerst"-Strategie geißelte Pjöngjang als einen Kurs, wie er auch von Hitler verfolgt worden sei. Dies bedeute die "Beherrschung der Welt mit militärischen Mitteln genau so wie es bei Hitlers Konzept der Weltbesatzung der Fall war". Nordkorea attackiert seine Gegner verbal oft scharf, aber ein Vergleich mit Hitler ist selbst für Pjöngjang ungewöhnlich.

Die neuerlichen Attacken gegen Trump kamen kurz vor einem Besuch des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in in Washington. Zuletzt hatte der Tod des US-Studenten Otto Warmbier nach mehrmonatiger Haft in Nordkorea das Verhältnis zwischen Washington und Pjöngjang zusätzlich schwer belastet. Dessen Familie und Südkorea machen Pjöngjang für den Tod verantwortlich. Trump sprach von einem "brutalen Regime" in Nordkorea.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 17.12.2018 um 03:39 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/usa-drohen-syrien-und-nordkorea-13721608

Schlagzeilen