Weltpolitik

USA rufen Herkunftsstaaten zur Rücknahme von IS-Kämpfern auf

Die US-Regierung hat Herkunftsländer von ausländischen Kämpfern der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) dazu aufgerufen, ihre in Syrien gefangen genommenen Staatsbürger zurückzunehmen. Die von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte hätten bei ihrem Vormarsch gegen den IS "Hunderte ausländische terroristische Kämpfer aus Dutzenden Ländern" gefasst, hieß es am Montag.

Die USA forderten deshalb andere Staaten dazu auf, ihre Bürger aus Gefangenschaft in die Heimat zurückzuführen und dort strafrechtlich zu verfolgen. Auch österreichische Staatsbürger hatten sich dem IS angeschlossen. Laut amerikanischen Regierungskreisen wird das Problem auch Thema bei dem Treffen der Anti-IS-Koalition an diesem Mittwoch in Washington sein. Ein ranghoher Mitarbeiter des US-Außenministeriums sagte, es solle bei dem Treffen darum gehen, sicherzustellen, dass der IS für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werde.

In einer Mitteilung lobte das US-Außenministerium die Syrischen Demokratischen Kräfte für ihr "klares Bekenntnis" dazu, beim Kampf gegen den IS ausländische IS-Kämpfer "sicher und human" zu internieren. Obwohl die Terrormiliz den Großteil des von ihm einst gehaltenen Gebietes in Syrien und im Irak verloren habe, bleibe die Organisation "eine bedeutende terroristische Bedrohung".

Laut einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums haben die Syrischen Demokratischen Kräfte rund 800 ausländische IS-Kämpfer gefangen genommen. Erst vor einigen Tagen hatte die Kurdenmiliz YPG, die die Syrischen Demokratischen Kräfte anführt, nach eigenen Angaben ein deutsches Mitglied der Terrorgruppe im Osten von Syrien aufgegriffen.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember den Rückzug der amerikanischen Truppen aus Syrien angekündigt, die die Syrischen Demokratischen Kräfte im Kampf gegen den IS unterstützen. Das hat Sorgen vor einem Wiedererstarken der Terrormiliz geschürt. Die Führung der Syrischen Demokratischen Kräfte warnte davor, dass das Chaos in dem Land und ein möglicher türkischer Angriff dazu führen könnten, dass Tausende Dschihadisten aus Gefangenenlagern entkommen könnten.

Einen Zeitplan für den Abzug hat Trump bisher nicht vorgelegt. Der amtierende Verteidigungsminister Patrick Shanahan hatte in der vergangenen Woche erklärt, der Rückzug sei in einem frühen Stadium.

Quelle: Apa/Dpa

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