Weltpolitik

USA und Japan wollen Kooperation ausbauen

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag den japanischen Regierungschef Shinzo Abe im Weißen Haus in Washington empfangen. Trump umarmte Abe zur Begrüßung, wie im Sender CNN zu sehen war. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz kündigten die beiden an, ihre Sicherheits- und Wirtschaftskooperation weiter ausbauen zu wollen.

Herzlicher Empfang für Shinzo Abe.  SN/APA (AFP)/BRENDAN SMIALOWSKI
Herzlicher Empfang für Shinzo Abe.

Trump und Abe bezeichneten die "tiefe Freundschaft" beider Länder am Freitag in Washington als Eckpfeiler der Sicherheitsallianz im Pazifik. "Wir sind der Sicherheit Japans verpflichtet", sagte Trump. Gemeinsam stelle man sich einer Bedrohung durch Nordkorea. Mit Blick auf den Konflikt mit China um Gebietsansprüche im südchinesischen Meer sagten Trump und Abe, sie träten für die Freiheit von Handel und Schifffahrt ein.

Trump betonte, die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder würden frei, fair und zum Nutzen beider Seiten sein. "Unsere Freundschaft ist ein wahrer Segen", sagte Trump.

Ausdrücklich dankte Trump seinem Gast dafür, dass Japan US-Truppen beherberge. Im Wahlkampf hatte er noch gesagt, Japan müsse wie andere Länder auch für den Schutz seitens der USA bezahlen.

Abe sagte, Japan habe viele Milliarden in die USA investiert und viele Arbeitsplätze geschaffen. Der Premier kündigte weitere Investitionen seines Landes in den Vereinigten Staaten an, ging aber nicht ins Detail.

Nach ihrem Treffen im Weißen Haus sind der US-Präsident und sein japanischer Gast außerdem zum Golfspielen in Trumps Luxusressort im Bundesstaat Florida verabredet.

Zum Auftakt seines USA-Besuchs hatte Abe vor den Risiken eines Handelskonflikts gewarnt. Die gegenwärtigen Handelsbeziehungen der beiden Länder seien eine "wahre Win-Win-Situation", sagte Abe vor seinem Treffen mit Trump in Washington. Die USA und Japan dürften nicht in die Handelskonflikte der 90er-Jahre zurückfallen, als der Streit um japanische Autoimporte die Beziehungen belastete.

"Unsere beiden Nationen waren damals gefangen im Nullsummen-Denken, wonach eine Nation Gewinne erzielt, während die andere Verluste hat", sagte Abe. Inzwischen sei aber klar, dass beide Seiten vom Handel profitierten. Sein Treffen mit Präsident Trump wolle er nutzen, um ein "Vertrauensverhältnis" aufzubauen.

Abe erinnerte daran, dass die meisten Autos der japanischen Marken Honda und Toyota, die in den USA verkauft werden, auch in den USA gebaut würden. Durch japanische Investitionen seien in den USA 840.000 Jobs geschaffen worden.

Japan gehört zu den Ländern, denen der neue US-Präsident unfaire Handelspraktiken vorgeworfen hat. Zum Ärger Japans hat Trump zudem dem geplanten Transpazifischen Freihandelsabkommen (TTP) eine Absage erteilt. Um Trumps Kritik zu begegnen, hat Abe Pläne für japanische Großinvestitionen in den USA im Gepäck, darunter Projekte für Hochgeschwindigkeitszüge.

Quelle: Apa/Ag.

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