Weltpolitik

USA wollen Moskau für mögliche Cyberattacken bestrafen

Washington plant laut Medienberichten Strafmaßnahmen gegen Russland wegen mutmaßlicher Hackerangriffe während des US-Präsidentschaftswahlkampfs. Die US-Regierung könnte noch in dieser Woche entsprechende Maßnahmen verkünden, meldete am Mittwoch die "Washington Post" unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sind unter anderem Wirtschaftssanktionen und diplomatische Schritte vorgesehen.

Nach Informationen des Senders CNN könnten auch die Namen von Verdächtigen genannt werden, die nach Ansicht der US-Geheimdienste russischen Cyberattacken gegen die Demokratische Partei der unterlegenen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton beteiligt waren. Der scheidende US-Präsident Barack Obama hatte die russische Führung für die Angriffe verantwortlich gemacht. Moskau wies die Anschuldigungen zurück.

Obama hatte den russischen Präsidenten Wladimir Putin nach eigener Aussage bereits im September aufgefordert, die Einmischung in den US-Wahlkampf durch Cyberattacken zu stoppen und dem Kreml-Chef mit "ernsthaften Konsequenzen" gedroht, falls er die Angriffe nicht unterbinde.

Obama wird am 20. Jänner von dem Republikaner Donald Trump abgelöst, der für ein engeres Verhältnis zu Russland eintritt. Trump sprach sich gegen Vergeltungsmaßnahmen für mutmaßliche russische Hackerangriffe aus. Man sollte die Sache auf sich beruhen lassen, sagte der Republikaner am Mittwoch auf die Frage eines Journalisten.

"Ich glaube, Computer haben unser Leben sehr kompliziert gemacht. Das ganze Computerzeitalter hat dazu geführt, dass niemand so genau weiß, was eigentlich vor sich geht." Trump sprach in Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida, wo er die Feiertage verbringt.

Zuvor war aus US-Kreisen verlautet, die Regierung von Präsident Barack Obama werde am Donnerstag Strafmaßnahmen gegen Russland wegen der Hackerangriffe verkünden. Genaue Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Zwei Insider erklärten jedoch, eine Eskalation solle vermieden werden. Auch der republikanische Senator Lindsey Graham kündigte am Mittwoch an, Russland müsse sich auf scharfe Sanktionen gefasst machen. Trump sagte, Grahams Aussage sei ihm nicht bekannt.

Die Regierung in Moskau hat die US-Vorwürfe zurückgewiesen. Die US-Bundespolizei FBI, der Geheimdienst CIA und der Leiter der Nationalen Geheimdienste zeigen sich dagegen überzeugt, dass Russland hinter einer Serie von Angriffen auf Computer der Demokraten vor der Wahl am 8. November steckt. Hochrangigen US-Vertretern zufolge wird ebenfalls davon ausgegangen, dass Russland Trump im Wahlkampf gegen seine demokratische Rivalin Hillary Clinton unterstützen wollte. Der Milliardär hat wiederholt den russischen Präsidenten Wladimir Putin gelobt.

Quelle: Apa/Ag.

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