Weltpolitik

Venezuela: Großdemo gegen Maduro am 23. Jänner geplant

In Venezuela hat das von der Opposition kontrollierte und von der Regierung ausgeschaltete Parlament für den 23. Jänner zu einem Massenprotest gegen Staatschef Nicolas Maduro aufgerufen. Der Parlamentspräsident Juan Guiado sagte am Freitag in Caracas, gemäß der Verfassung habe das Parlament das Recht, einen unrechtmäßigen Machthaber wie Maduro zugunsten einer "Übergangsregierung" zu stürzen.

Doch die "Berufung auf die Verfassung in einer Diktatur" reiche nicht aus, rief Guiado vor etwa tausend Anhängern der Opposition in der venezolanischen Hauptstadt.. Zur Machtübernahme seien "das Volk, das Militär und die internationale Gemeinschaft" nötig. Der 23. Jänner ist für das lateinamerikanische Land ein symbolisch wichtiges Datum: An diesem Tag im Jahr 1958 fiel die Militärdiktatur von Marcos Perez Jimenez. Maduro kritisierte Guiados Aufruf als "Show" von Oppositionellen, die auf eine "Destabilisierung" des Landes hinarbeiteten.

Der Linksnationalist Maduro hatte am Donnerstag offiziell seine zweite Amtszeit angetreten. Amtlichen Ergebnissen zufolge war er im vergangenen Mai mit 68 Prozent der Stimmen bis 2025 wiedergewählt worden. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent. Der größte Teil der Opposition hatte die Wahl boykottiert und erkennt das Ergebnis ebenso wenig an wie die EU, die USA und zahlreiche lateinamerikanische Länder. Statt im Parlament legte Maduro seinen Amtseid vor dem Obersten Wahlgericht ab. Das Militär hat ihm seine Loyalität versichert.

Dem 56-jährigen Nachfolger des 2013 verstorbenen Hugo Chavez wird vorgeworfen, seit Jahren die Demokratie in Venezuela auszuhebeln. Maduro hat durch eine verfassunggebende Versammlung das Parlament de facto entmachtet, in dem die Opposition die Mehrheit hatte. Vorangegangen waren 2017 monatelange Proteste der Opposition, in deren Verlauf 125 Menschen getötet worden waren.

Quelle: Apa/Ag.

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