Weltpolitik

Verfassungsreferendum in Ankara bremst Zypern-Gespräche

Die Gespräche über eine Wiedervereinigung Zyperns liegen seit Februar auf Eis. Zyperns Präsident Nikos Anastasiades hat nun einen Zusammenhang mit dem Verfassungsreferendum in der Türkei hergestellt. Vertreter der türkischen Volksgruppe hätten nur eine Ausrede gesucht, um Gespräche bis zum Referendum auszusetzen, sagte er in einem TV-Interview.

Nikos Anastasiades spricht von türkischen Ausreden.  SN/APA (AFP)/FREDERICK FLORIN
Nikos Anastasiades spricht von türkischen Ausreden.

Mustafa Akinci, Anführer der türkisch-zypriotischen Volksgruppe, hatte eine Fortführung der Gespräche verweigert, nachdem das Parlament der Republik Zypern beschlossen hatte, dass in den Gymnasien einmal im Schuljahr für etwa zehn Minuten über ein Referendum aus 1950 diskutiert wird. Damals hatten sich mehr als 95 Prozent der griechischen Zyprioten für eine Vereinigung mit Griechenland (enosis) ausgesprochen. Das Referendum hatte keine rechtlichen Folgen, da es von der damaligen Kolonialmacht Großbritannien nicht anerkannt wurde.

Akinci habe nur einen Vorwand gesucht, um die Gespräche zu unterbrechen: "Es wäre (für Akinci) ehrlicher gewesen zu sagen, es ist am besten, die Gespräche auszusetzen, bis das Referendum vorbei ist", sagte Anastasiades in Skai TV. Zugleich räumte er ein, die Aufwertung des Referendums von 1950 sei "ein Fehler" gewesen, aber "das sollte keine Rechtfertigung für Akinci sein, die Gespräche zu verlassen. Er hat nach einer Ausrede gesucht".

(Apa/Ag.)

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