Weltpolitik

Verteidigungsminister Kunasek in Montenegro

Bei einem Besuch von Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) in Podgorica hat sein montenegrinischer Amtskollege Predrad Boskovic die Rolle Österreichs auf dem Westbalkan gelobt. Boskovic sagte nach Angaben von Kunaseks Sprecher Gerold Fraidl am Dienstag in einem bilateralen Gespräch, dass sich die Region eine "Führungsrolle Österreichs" wünsche.

Verteidigungsminister Kunasek besuchte Boskovic SN/APA (Archiv)/HERBERT NEUBAUER
Verteidigungsminister Kunasek besuchte Boskovic

"Niemand kennt die Region so gut wie Österreich", sagte der montenegrinische Verteidigungsminister demnach. Kunasek seinerseits bezeichnete Montenegro als "Stabilitätsanker am Westbalkan" und sagte dem Land die Unterstützung Österreichs bei der EU-Annäherung zu, wie Fraidl der APA telefonisch mitteilte.

Außerdem vereinbarten die beiden Minister die Möglichkeit zur Kadettenausbildung in Österreich. Ab September bekommen zwei Kadetten die Gelegenheit, eine Sprach-, eine Grund- und im Anschluss eine dreijährige Offiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie zu absolvieren. Die entsprechende Absichtserklärung "Letter of Intent" wurde am Dienstag unterzeichnet. Insgesamt bildet Montenegro sechs bis acht Offiziere pro Jahr aus.

Boskovic äußerte in einer Aussendung seines Kabinetts nach dem Treffen Zufriedenheit über die "qualitätsvolle Zusammenarbeit" im Verteidigungsbereich zwischen den beiden Staaten bekundet. Heuer sind 23 gemeinsame Aktivitäten mit Schwergewicht auf die Gebirgskampfausbildung geplant. Boskovic sprach von ausgezeichneten politischen Beziehungen zwischen Montenegro und Österreich. Montenegro unterstütze auch die Initiative der EU und Österreichs, eine regionale Sicherheitsakademie in einem Westbalkanstaat zu bilden.

Zur Sprache ist auch die Einbindung der Westbalkan-Staaten in die Zentraleuropäische Verteidigungskooperation als Schritt Richtung Integration in die europäischen Sicherheitsstrukturen gekommen. Monenegro werde im Herbst an einer Grenzschutz-Übung in Ungarn als Beobachter teilnehmen, teilte der Sprecher mit.

Der Außengrenzschutz war ein weiteres Thema der beiden Minister. Wie Fraidl berichtete, hatte Montenegro ähnlich dem österreichischen Assistenzeinsatz Soldaten zur Unterstützung von Polizisten an den Grenzen im Einsatz. Nach Abzug der Soldaten im Dezember 2018 sei der "Migrationsdruck um 400 Prozent gestiegen". Der montenegrinische Sicherheitsrat wolle im April wieder beschließen, das Militär wieder an die Grenzen zu schicken, weil dieses "abschreckende Wirkung für Schlepper" hätte, sagte der Sprecher.

Quelle: APA

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