Weltpolitik

Vier Festnahmen nach Anschlag von Lyon

Knapp drei Tage nach einer Explosion mit 13 Verletzten im französischen Lyon hat die Polizei mehrere Verdächtige festgenommen. Unter ihnen sei auch der mutmaßliche Täter, so die Staatsanwaltschaft. Außerdem wurden noch drei weitere Verdächtige, offenbar Familienangehörige des Hauptverdächtigen, festgesetzt.

Bei der Detonation wurden 13 Menschen verletzt SN/APA (AFP)/PHILIPPE DESMAZES
Bei der Detonation wurden 13 Menschen verletzt

Bei der Detonation einer Paketbombe vor einer Bäckerei waren am Freitag 13 Menschen leicht verletzt worden. Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um einen Informatikstudenten handeln, bei dem zweiten Verdächtigen um einen volljährigen Gymnasiasten aus seinem familiären Umfeld. Nach Angaben des Bürgermeisters von Lyon, Gérard Collomb, nahm die Polizei den Studenten am Montag an einer Bushaltestelle fest. Widerstand leistete er demnach nicht.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei den anderen beiden Verdächtigen um die Mutter und den Vater des mutmaßlichen Täters und einen jüngeren Bruder. Dieser sei am Montag an seiner Oberschule festgenommen worden. Auch eine Schwester wurde verhört, hieß es.

Angaben zum Hintergrund und zum möglichen Motiv des mutmaßlichen Täters machten die Behörden nicht. Die Ermittler hatten ihn beschattet, da sie in seiner Wohnung Sprengstoff vermuteten. Der Mann war dem Vernehmen nach zuvor nicht durch andere Taten aufgefallen.

Innenminister Christophe Castaner dankte den Ermittlern - darunter auch dem Inlandsgeheimdienst DGSI - im Onlinedienst Twitter für ihre Arbeit. Sie hatten auf der detonierten Tasche eine DNA-Spur gefunden. Ob diese von dem Täter stammt, ist noch nicht abschließend geklärt.

Der Täter soll die mit Schrauben und Metallkugeln gefüllte Tasche am Freitagabend in einer Fußgängerzone in der Altstadt von Lyon deponiert haben. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen versuchten Mordes im Zusammenhang mit einer Terrortat ein.

Die Ermittler vermuten, dass der Täter kleine Mengen des Sprengstoffs TATP verwendete. Die hochexplosive Substanz wird häufig von Dschihadisten eingesetzt, etwa bei den Pariser Anschlägen im November 2015 mit 130 Toten. Zu der Explosion von Lyon hat sich bisher jedoch niemand bekannt.

Die Polizei hatte nach der Tat ein Fahndungsfoto des Hauptverdächtigen veröffentlicht, das von einer Überwachungskamera kurz vor der Explosion aufgenommen worden war. Der Mann auf einem schwarzen Mountainbike wurde zum Zeitpunkt der Detonation in der Nähe des Tatorts beobachtet und trug einen dunklen Rucksack bei sich. Die Polizei beschrieb ihn als "gefährlich". Nach Angaben eines Ermittlers gingen daraufhin mehr als 250 Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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