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Vier Palästinenser von Armee im Westjordanland getötet

Bei Konfrontationen mit dem israelischen Militär im besetzten Westjordanland sind vier Palästinenser getötet worden. Wie das Gesundheitsministerium in Ramallah am Donnerstag mitteilte, kamen am frühen Morgen drei Männer bei einem israelischen Militäreinsatz in Jenin ums Leben. Die Stadt gilt als Hochburg militanter Palästinenser. Ein weiterer Palästinenser wurde demnach am Nachmittag nahe Ramallah erschossen.

Spezialeinheiten waren in Jenin im Einsatz

Nach Angaben des israelischen Militärs waren Steine und Farbflaschen auf fahrende Autos geworfen worden. Daraufhin hätten Soldaten, die routinemäßig in der Stadt unterwegs gewesen seien, auf die Verdächtigen geschossen. Nach palästinensischen Angaben wurde dabei ein 17-Jähriger getötet, drei weitere Jugendliche kamen demnach verletzt ins Krankenhaus.

Zu dem Militäreinsatz in Jenin teilte das israelische Militär mit, Soldaten seien bei einer Anti-Terroroperation beschossen und mit Sprengsätzen beworfen worden. Daraufhin hätten sie das Feuer erwidert. Drei Verdächtige seien bei dem Einsatz festgenommen worden. Auch in einem Dutzend weiteren Städten im Westjordanland gab es demnach Razzien. Insgesamt seien 15 Palästinenser festgenommen worden, hieß es vom Militär.

Die Lage im Westjordanland ist seit Monaten sehr angespannt. Nach einer Serie von Anschlägen auf Israelis, die im März begonnen hatte, unternimmt die Armee dort vermehrt Razzien. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Ramallah wurden dieses Jahr bereits 165 Palästinenser bei Zusammenstößen oder eigenen Anschlägen getötet, so viele wie noch nie seit 2006.

In Israel und im Westjordanland kamen in diesem Jahr 31 Zivilisten und Sicherheitskräfte bei Anschlägen ums Leben. Bei den Attentätern handelte es sich um Palästinenser und israelische Araber.