Weltpolitik

Vier Tote bei Selbstmordanschlag in Afghanistan

Bei einem Selbstmordanschlag in der ostafghanischen Stadt Jalalabad sind am Mittwoch mindestens vier Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden. Wie die Behörden in der Provinz Nangarhar mitteilten, sprengte sich der Attentäter in einem Regierungsgebäude in die Luft. Danach stürmten bewaffnete Männer in das Gebäude. Menschen sprangen aus den Fenstern, um sich vor den Angreifern zu retten.

Ein Sprecher der Provinzregierung sagte, der Selbstmordattentäter sei in das Gebäude eingedrungen und habe dort seinen Sprengsatz gezündet. Augenzeugen und ein AFP-Reporter berichteten, unmittelbar nach der Detonation seien auch Schüssen gefallen. Verängstigte Kinder an einer nahegelegenen Schule seien mit ihren Lehrern über Mauern geklettert, um zu flüchten.

In dem Regierungsgebäude hielten sich nach Angaben eines Mitarbeiters zum Zeitpunkt des Anschlags rund 200 Menschen auf. Wie das afghanische Innenministerium mitteilte, kämpften Sicherheitskräfte mehrere Stunden lang gegen die Angreifer. Dabei seien letztlich alle drei Angreifer getötet worden.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. In der Provinz Nangarhar sind sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aktiv.

Am Dienstag waren bei zwei Selbstmordanschlägen, welche die Taliban für sich reklamierten, 48 Menschen getötet und etwa 80 verletzt worden. Einer der Anschläge richtete sich gegen eine Wahlkampfveranstaltung, an der Präsident Ashraf Ghani teilgenommen hatte. Am 28. September stehen in Afghanistan Präsidentschaftswahlen an. Die Taliban haben angekündigt, den Wahlgang zu stören.

US-Präsident Donald Trump hatte erst vor wenigen Tagen die offenbar kurz vor dem Abschluss stehenden Friedensverhandlungen mit den Taliban für "tot" erklärt. Anlass war ein Anschlag in Kabul, bei dem auch ein US-Soldat getötet worden war.

Quelle: Apa/Ag.

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