Weltpolitik

Vor Berlin-Wahl: Union im Umfrage-Jahrestief, AfD im Hoch

In Deutschland ist die Union laut einer Umfrage in der Wählergunst auf ein Jahrestief gefallen. Die rechtspopulistische AfD erreichte hingegen ihren höchsten Wert in diesem Jahr.

Vor Berlin-Wahl: Union im Umfrage-Jahrestief, AfD im Hoch SN/AP
CDU-Chefin Angela Merkel – die Unionsparteien befinden sich im Umfragekeller.

Das geht aus dem Sonntags-Trend des Meinungsforschungsinstituts Emnid für "Bild am Sonntag" hervor.

Demnach kommen CDU und CSU auf 32 Prozent nach 33 Prozent in der Vorwoche. Die Zustimmung zur AfD steigt der Umfrage zufolge hingegen zum vierten Mal in Folge um einen Zähler und erreicht 14 Prozent.

Auch die SPD habe einen Punkt auf 24 Prozent gewonnen, hieß es in der Erhebung. Die FDP verliert einen Zähler, schafft aber den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Die Grünen und die Linken bleiben demnach unverändert bei elf und neun Prozent. Befragt wurden 2.780 Personen zwischen dem 8. und 14. September.

Umfrage vor Berlin-Wahlen

Diese jüngste Umfrage wurde am Tag der Wahlen für das neue Regionalparlament der deutschen Hauptstadt Berli veröffentlicht. Dort können die Bürger seit Seonntag, 08:00 Uhr, ihre Stimmen abgeben. Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest ein Jahr vor den nationalen Wahlen im September 2017.

In den Umfragen zeichnete sich kein klarer Wahlsieger ab. In den vergangenen fünf Jahren wurde Berlin von einer rot-schwarzen Koalition aus Sozial- und Christdemokraten regiert. Diese will der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) aber nicht fortsetzen. Sie hätte laut Umfragen auch keine Mehrheit mehr. Wahrscheinlicher ist deshalb eine künftige rot-grün-rote Regierung aus SPD, Grünen und Linker.

Wie vor zwei Wochen in Mecklenburg-Vorpommern wird auch in Berlin damit gerechnet, dass die rechtspopulistische AfD aus dem Stand ins Parlament mit einem zweistelligen Ergebnis einzieht. Die FDP, die 2011 aus dem Abgeordnetenhaus flog, kann sich Hoffnungen auf eine Rückkehr machen.

Die Teilnahme der in den Berliner Parlamenten bisher nicht vertretenen AfD hatte bei vorherigen Landtagswahlen zu einem Anstieg der Wahlbeteiligung geführt. Auch in Berlin wird erwartet, dass die Wahlbeteiligung von 60,2 Prozent im Jahr 2011 bei dieser Abstimmung steigt. Insgesamt sind etwa zweieinhalb Millionen Berliner wahlberechtigt.

Mit dem Senat unter Leitung des Regierenden Bürgermeisters Müller sind nach einer Umfrage 58 Prozent unzufrieden. Der Verdruss vieler Berliner liegt auch am Zustand der öffentlichen Verwaltung. Viele Hauptstädter beklagen lange Wartezeiten in Bürgerämtern, die schleppende Bearbeitung von Anträgen, Schlaglochpisten und einen fragwürdigen Zustand staatlicher Einrichtungen. Dazu kommen rasant steigende Mietpreise. Kopfschütteln über die Stadtgrenzen hinaus löste die immer wieder verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER aus. Zudem sorgte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) wegen Unregelmäßigkeiten bei der Betreuung von Flüchtlingen wochenlang für Negativ-Schlagzeilen.

Mit ihren mehr als 3,5 Millionen Einwohnern ist die deutsche Hauptstadt ein eigenes Bundesland. Mit ersten Prognosen zum Wahlausgang wird mit Schließung der rund 1.800 Wahllokale um 18.00 Uhr gerechnet. Das vorläufige amtliche Endergebnis dürfte erst nach Mitternacht vorliegen.

Quelle: Apa/Ag.

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