Weltpolitik

Vucic "überrascht" über Aussehen des umstrittenen Zuges

Im Streit um die Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Serbien und dem Kosovo hat Serbiens Premier Aleksandar Vucic die Verantwortung für die umstrittene Aufschrift auf dem Zug von sich gewiesen. Vucic zeigte sich am Sonntag "überrascht" über das Aussehen des Zuges, der am Samstag auf dem Weg in den Kosovo gestoppt worden war. Die Aufschrift "Kosovo ist Serbien" hatte Prishtina verärgert.

Die Ausstattung des Zuges - im Inneren befanden sich Repliken von Ikonen aus serbisch-orthodoxen Klöstern im Kosovo - habe ihn dagegen nicht gestört, erklärte Vucic einem TV-Sender. Die Aufnahmen der Heiligendarstellungen aus den Klöstern, die zum UNESCO-Kulturerbe gehören, dürfte die Kosovo-Albaner nicht stören, da Prishtina ja ein UNESCO-Mitglied werden wolle, so Vucic. Die Verantwortung für die Ausstattung des Zuges wies er dem Chef des Regierungsbüros für den Kosovo, Marko Djuric, zu. Dieser wäre ein intelligenter Politiker, der aber manchmal zu viel Passion an den Tag lege.

Kritik übte Vucic an dem Einsatz der kosovarischen Sonderpolizeieinheit im Nord-Kosovo, die dort nicht hätte sein dürfen. Um im Nord-Kosovo zum Einsatz zu kommen, würde die Sonderpolizeieinheit sowohl die Zustimmung der NATO als auch der serbischen Lokalbehörden brauchen. Die Zustimmung der Serben habe die Einheit am Samstag aber nicht gehabt, unterstrich Vucic.

Der Zug war am Samstagnachmittag in der südserbischen Stadt Raska rund zehn Kilometer vor der Grenze zum Kosovo gestoppt worden, nachdem klar wurde, dass der Kosovo die Einreise verhindern werde. Prishtina empfand die ohne Rücksprache vom Serbien organisierte Zugfahrt als Provokation.

Belgrads begründete die erste Zugfahrt zwischen Belgrad und Mitrovica seit 18 Jahren dagegen als bloße Verlängerung der Zugverbindung, die seit Jahren zwischen der zentralserbischen Stadt Kraljevo und Mitrovica, problemlos funktioniert. "Wir haben einen Zug, keinen Panzer geschickt", kritisierte Vucic am Samstag und beschuldige die kosovarischen Behörden "Kriegsspiele" zu betreiben.

EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn gewarnte am Montag davor, dass beide Länder bisher Erreichtes aufs Spiel setzen. "Mein Appell ist: Sie sollen nicht gefährden, was bereits erreicht wurde während des Dialogs. Und sie sollen nach vorne schauen und nicht zurück", sagte Hahn vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel.

Quelle: APA

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