Weltpolitik

Wahlen in Libyen: Vorsprung für liberale Allianz

Bei der Parlamentswahl in Libyen zeichnet sich ein deutlicher Vorsprung für die liberale Allianz von Mahmud Dschibril ab.

Wahlbeobachter meldeten nach Wählerbefragungen, in der Hauptstadt Tripolis und in Bengasi habe die Allianz des ehemaligen Übergangsministerpräsidenten die meisten Stimmen erhalten. Die Islamisten von der Muslimbruderschaft hätten den zweiten Platz belegt. Rund 60 Prozent der 2,8 Millionen registrierten Wähler hatten bei der ersten demokratischen Wahl seit Jahrzehnten am Samstag ihre Stimme abgegeben. Insgesamt wurden 200 Mandate vergeben, für die sich mehr als 3.700 Kandidaten bewarben. Mit ersten Ergebnissen wurde für Montag oder Dienstag gerechnet. Ähnlich wie in Tunesien und Ägypten dürften nach Einschätzung von Beobachtern auch in Libyen vor allem islamistische Parteien zum Zuge kommen.

Der Wahlgang wurde in mehreren Regionen erheblich gestört, vor allem im Osten des Landes. So konnten in der Stadt Ajdabiya mehrere Wahllokale nicht öffnen. Örtliche Vertreter berichteten von einem Angriff, bei dem ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt wurden. Kurz vor der Wahl waren in Ajdabiya bei einem Brandanschlag Stimmzettel, Wählerlisten und Wahlurnen zerstört worden.

Der Westen begrüßte die erste freie Parlamentswahl in Libyen nach Jahrzehnten der Gaddafi-Herrschaft ist vom Westen als Beginn einer neuen Ära begrüßt worden. US-Präsident Obama sprach von einem "Meilenstein" beim Übergang des Landes zur Demokratie. Knapp neun Monate nach dem Tod Gaddafis wählten die Libyer ein Parlament, das eine neue Regierung benennen und die Bildung einer Verfassungskommission vorbereiten soll.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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