Weltpolitik

Was nun, Frau Merkel?

Deutschlands Kanzlerin hat bei der Bundestagswahl schmerzliche Verluste eingesteckt. Nun sind zwei mögliche Koalitionspartner von ihr abgerückt, zuerst die SPD, dann die FDP. Dennoch ist die Frau nicht unterzukriegen.

Damit hatte Frank Decker nicht gerechnet. Dass ausgerechnet Deutschland die Sache mit der Regierungsbildung nicht auf die Reihe bekommt, hat selbst ihn als Politologen und steten Beobachter überrascht.

Die Jamaika-Gespräche sind gescheitert, weil Christian Lindner gesagt hat, er könne einen möglichen Konsens nicht mittragen. Handelt der FDP-Chef unverantwortlich oder ist zu begrüßen, wenn Parteien ihre Schmerzgrenze definieren, um inhaltlich nicht austauschbar zu sein? Frank Decker: Die Parteien sind ja in einem Dilemma. Sie müssen in einer Koalition Kompromisse machen, aber sie müssen gleichzeitig ihre Identität als Partei aufrechterhalten. Und für Parteien geht es natürlich immer um die Frage, wie sie vor ihrer eigenen Basis und vor ihren eigenen Wählern bestehen. Das muss gegeneinander abgewogen werden. Und offenbar hat die FDP befunden, dass der Schaden größer wäre als der Nutzen.

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