Weltpolitik

Weißes Haus betont: "Grenze ist nicht offen"

Seit einigen Wochen kommen immer mehr Menschen illegal über die Grenze von Mexiko in die USA. Darunter sind viele unbegleitete Kinder.

Ein Migrant aus Honduras wartet in Mexiko auf den Grenzübertritt. SN/AP
Ein Migrant aus Honduras wartet in Mexiko auf den Grenzübertritt.

Die Biden-Regierung spricht nicht von einer Krise, aber von einer "enormen Herausforderung". Nachdem der US-Präsident Anfang Februar seine Strategie für eine offenere Einwanderungspolitik vorgestellt hatte, appellierten Offizielle nachdrücklich, die Menschen in Zentralamerika sollten sich nicht auf den Weg Richtung USA machen. Doch der Appell hatte nicht die gewünschte Wirkung.

100.441 Personen wurden im Februar beim versuchten Übertritt an der Südgrenze aufgegriffen - das seien um 28 Prozent mehr als im Vormonat und fast drei Mal so viele wie im Februar vergangenen Jahres, berichtete die Grenzschutzbehörde CBP diese Woche. Gestiegen ist demnach auch die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen. Mittlerweile befänden sich 3600 überwiegend aus Zentralamerika stammende Kinder in Gewahrsam der Zoll- und Grenzschutzbehörde. Am 22. Februar seien es noch 800 gewesen.

Die Minderjährigen werden allerdings, anders als Erwachsene, nicht sofort abgeschoben. Sie werden in Unterkünften im Grenzgebiet festgehalten, bis sie an ihre Eltern oder andere Betreuungspersonen übergeben werden können. Der Platz in den Unterkünften wird jedoch immer knapper.

Mittlerweile ließ die Regierung Container-Notunterkünfte in Texas, die unter Ex-Präsident Donald Trump für unbegleitete Minderjährige errichtet worden waren, wieder öffnen. Dafür erntet Präsident Joe Biden Kritik aus den eigenen Reihen. "Das ist nicht okay, war nie okay und wird nie okay sein - egal welche Administration oder Partei", schrieb die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez auf Twitter. Die Republikaner werfen Biden hingegen vor, er habe zur illegalen Einwanderung ermutigt.

Das Weiße Haus bemüht sich um Schadensbegrenzung. "Die Grenze ist nicht offen", betonte Sprecherin Jen Psaki, am Donnerstag. "Jetzt ist nicht die Zeit, in die USA zu kommen", sagte sie und betonte, dass die große Mehrheit der Migranten abgewiesen werde.

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