Weltpolitik

Widersprüchliche Angaben zu Waffenruhe in Syrien

Über eine Waffenruhe für das strategisch wichtige Tal Wadi Barada in Syrien gibt es widersprüchliche Angaben. Aus westlichen diplomatischen Kreisen hieß es am Donnerstag, Regierung und Rebellen hätten sich auf eine Feuerpause geeinigt. Armeenahe Medien berichteten hingegen, ein endgültiges Abkommen sei noch nicht erzielt worden.

In Wadi Barada liegen die Wasserquellen für Damaskus.  SN/APA (AFP)/HO
In Wadi Barada liegen die Wasserquellen für Damaskus.

Das oppositionelle Medienkomitee in Wadi Barada berichtete zunächst ebenfalls über eine Einigung, meldete am Abend aber neue Angriffe der regierungstreuen Truppen. Das Tal nordwestlich von Damaskus ist wichtig, weil Millionen Menschen in der Hauptstadt von hier aus ihr Trinkwasser erhalten. Allerdings ist die Versorgung seit vier Wochen unterbrochen, wofür sich die verfeindeten Parteien gegenseitig verantwortlich machen. Die Rebellen erklärten, Angriffe der Regierungstruppen hätten die Anlagen zur Wasserversorgung der Hauptstadt zerstört.

Das Abkommen sieht den Angaben zufolge zudem vor, dass Techniker nach Wadi Barada kommen. Rebellenkämpfer sollen das Tal verlassen. Aus Diplomatenkreisen hieß es vorsichtig optimistisch, zunächst müsse sich die Waffenruhe als stabil erweisen.

Armeenahe Medienkreise meldeten hingegen, ein Vermittlerteam der Vereinten Nationen habe Wadi Barada am Donnerstag wieder verlassen, ohne dass es zu einer endgültigen Einigung gekommen sei. Umstritten ist demnach noch der Abzug der Rebellen und der Einmarsch der Armee.

Im syrischen Bürgerkrieg herrscht eigentlich seit Ende Dezember eine landesweite Waffenruhe. In Wadi Barada war es dennoch immer wieder zu Kämpfen und Luftangriffen der Regierung gekommen. Am Montag sollen in der kasachischen Hauptstadt Astana neue Verhandlungen über ein Ende des fast sechs Jahre dauernden syrischen Bürgerkriegs beginnen.

Quelle: Apa/Dpa

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