Weltpolitik

Wie ein Alptraum aus 1001 Nacht: Wo ist Prinzessin Haya?

Eine arabische Prinzessin auf der Flucht, unfassbarer Reichtum, Angst um die eigenen Kinder. Was steckt wirklich hinter dem Fall von Prinzessin Haya?

Vor dem Emir von Dubai geflohen und nun in Sicherheit: Prinzessin Haya. SN/apimages
Vor dem Emir von Dubai geflohen und nun in Sicherheit: Prinzessin Haya.

Seit Wochen ist sie wie vom Erdboden verschluckt: Im Fall einer aus Dubai verschwundenen Prinzessin wird es am 30. Juli eine Anhörung vor einem Familiengericht in London geben. Das sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Worum es dabei geht und ob Prinzessin Haya Bint al-Hussein sogar anwesend sein wird, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Britischen Medien zufolge ist die 45-Jährige mit ihren zwei Kindern vor ihrem Mann, dem Emir von Dubai, nach Europa geflohen. Angeblich soll Haya sich zuvor auch in Deutschland aufgehalten haben. "Dazu liegen uns keine Informationen vor", sagte jedoch eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. In Großbritannien soll sie der "New York Times" zufolge politisches Asyl beantragt haben.

Nach BBC-Angaben könnte es bei Anhörung um die Kinder des Ehepaars gehen. Haya ist die sechste Frau von Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum (69) und Halbschwester des jordanischen Königs Abdullah II. Der Scheich soll etwa zwischen 20 und 30 Kinder haben.

Nicht die erste, die floh

Die Prinzessin ist den Berichten zufolge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geflohen, nachdem sie vergeblich versucht habe, in einem Familienstreit zu vermitteln. Dabei sei es um Scheicha Latifa, eine erwachsene Tochter ihres Mannes aus einer anderen Ehe, gegangen.

Denn Prinzessin Haya ist nicht die erste Frau aus dem Umfeld des Emirs, die aus dem Land geflohen ist. Im Februar vergangenen Jahres unternahm bereits dessen Tochter Latifa einen spektakulären Fluchtversuch. Per Jet-Ski und Yacht hatte die junge Frau versucht, das Land zu verlassen, bis sie schließlich von einem Sonderkommando vor der indischen Küste gestoppt und gewaltsam zurückgebracht worden sein soll, wie Unterstützer Latifas behaupten.

In einem 39 Minuten langen Video vor ihrem Fluchtversuch versuchte Scheicha Latifa zu erklären, warum sie nicht mehr in einem goldenen Käfig leben wollte und sprach auch über das "große Ego" ihres Vaters, dem Herrscher von Dubai, und warf ihm vor, für die Bewahrung seines Rufs zu töten.

Prinzessin Haya, die jetzt ebenfalls geflohen sein soll, hatte ihren Ehemann im Fall der verschwundenen Tochter noch öffentlich verteidigt. Sie lud sogar die frühere UN-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson nach Dubai ein, um zu zeigen, dass es Latifa gut gehe. Das Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate veröffentlichte anschließend Fotos von dem Treffen. Im Fall von Prinzessin Haya hält sich der Hof des Emirs bislang bedeckt.

Auch das britische Außenministerium in London wollte auf Anfrage keine Stellungnahme zu Hayas Fall abgeben. Es handele sich um eine private Angelegenheit.

Freundin der Royals

Haya ist der Zeitung "Guardian" zufolge mit den britischen Royals befreundet und hat ein 85 Millionen Pfund (etwa 95 Millionen Euro) teures Haus in der Nähe des Kensington-Palastes. Sie besuchte Privatschulen in Großbritannien und studierte Philosophie, Politik und Wirtschaft an der renommierten Universität Oxford.

Entgegen ihren Gewohnheiten sei die leidenschaftliche Springreiterin in diesem Jahr nicht auf dem berühmten Pferderennen in Ascot in der Nähe von London zu sehen gewesen, schrieb der "Guardian" weiter.

"Wir sind überzeugt, dass Prinzessin Haya in ihrem Haus in London ist", sagte Rechtsanwalt David Haigh von der Initiative "Free Latifa" in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Quelle: Dpa

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