Weltpolitik

Wo Politik keine Rolle spielt

Eine Klinik von Ärzte ohne Grenzen im jordanischen Amman ist für Kriegsverletzte aus dem Jemen oft die letzte Hoffnung.

Der kleine Anas mit seinem Vater Saber Abdu Said.  SN/michael wrase
Der kleine Anas mit seinem Vater Saber Abdu Said.

Der neunjährige Anas schmiegt sich schüchtern an die Schulter des Vaters, der erzählt, was "an diesem schrecklichen Mittwoch" im Sommer 2015 in Aden geschehen ist. "Wir kamen von einer Trauerfeier. 36 Menschen waren am Vortag bei Gefechten ums Leben gekommen. Trotzdem gab es schon wieder Checkpoints und Barrikaden und Schießereien. Da schlug in unserem Haus eine Granate ein", schildert Saber Abdu Said und ballt die Faust. Erregt und empört will er uns das völlig vernarbte Bein seines Sohnes zeigen. Anas wehrt sich, beginnt zu zittern. Doch dann entblößt er für einen kurzen Moment seine Verletzung. Granatsplitter haben Verbrennungen und schwere Nervenverletzungen an Beinen sowie im Fersenbereich des jungen Jemeniten verursacht. Nach mehreren erfolglosen Operationen wurde Anas von einem Team der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Aden untersucht. Seine Krankenakte wurde nach Amman geschickt.

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