Weltpolitik

Wohnung von Kontaktmännern des Berlin-Attentäters untersucht

Die deutsche Bundesanwaltschaft hat am Dienstag in Berlin bei zwei Kontaktpersonen des mutmaßlichen Attentäters Anis Amri die Wohnung durchlassen lassen. Die beiden Männer hatten möglicherweise in zeitlicher Nähe des Attentats auf dem Berliner Weihnachtsmarkt mit 12 Toten Kontakt mit Amri, heiß es. Die Bundesanwaltschaft wollte am Mittwoch weiter über den Stand der Ermittlungen informieren.

Bei dem Anschlag in Berlin wurden zwölf Menschen getötet.  SN/APA (AFP)/JOHN MACDOUGALL
Bei dem Anschlag in Berlin wurden zwölf Menschen getötet.

Bei einem Beschuldigten handelt es sich um einen 26 Jahre alten Tunesier, der in einem Berliner Flüchtlingsheim wohnt. Es bestehe der Verdacht, dass der Beschuldigte die Attentatspläne kannte und möglicherweise Hilfe leistete. Ob der 26-Jährige vorläufig festgenommen wurde, teilte die Bundesanwaltschaft bisher nicht mit.

Bei der zweiten Kontaktperson handelt es sich um einen früheren Mitbewohner Amris. Er soll sich in der Wohnung aufgehalten haben, die ebenfalls am Dienstag durchsucht wurde. Auch dieser Mann habe in zeitlicher Nähe zum Berliner Anschlag möglicherweise Kontakt mit Amri gehabt. Die Durchsuchung sollte Erkenntnisse über das Vor- und Nachtatverhalten Amris erbringen, so die Karlsruher Ermittler.

Am Dienstag wurde außerdem bekannt, dass der mutmaßliche Berlin-Attentäter Amri, der am 23. Dezember nahe Mailand von einem Polizisten erschossen wurde, rund 1.000 Euro in seiner Tasche hatte. Laut den italienischen Ermittlern sollen die Scheine von einem Bankomaten abgehoben worden sein. Geprüft wird jetzt genau, woher das Bargeld kommt, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Montag.

Die Leiche des Tunesiers befindet sich noch in Monza nördlich von Mailand. Es sei wahrscheinlich, dass sie den deutschen Behörden für Untersuchungen zur Verfügung gestellt werde, so die Staatsanwaltschaft in Mailand.

Bei einem Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin am 19. Dezember soll Amri zwölf Menschen ermordet haben. Er wurde wenige Tage danach von Polizisten in Sesto San Giovanni bei Mailand bei einer Routinekontrolle getötet. Zuvor hatte er mit einer Waffe auf die Beamten gezielt.

Quelle: APA

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