Weltpolitik

Zahl der Flüchtlinge in Ägäis nur leicht gestiegen

Die Anzahl der von der Türkei in Griechenland ankommenden Flüchtlinge ist in den vergangenen 30 Tagen leicht gestiegen - blieb aber dennoch unter den Erwartungen. Wie der Flüchtlingskrisenstab am Montag in Athen mitteilte, kamen am Wochenende 206 Migranten und Flüchtlinge aus der Türkei auf den Ägäisinseln an. Dort harren mittlerweile knapp 10.000 Menschen aus.

Zahl der Flüchtlinge in Ägäis nur leicht gestiegen SN/APA (AFP)/ANGELOS TZORTZINIS
Tausende warten in Griechenland auf Asylverfahren.

Noch vor einem Monat warteten rund 8.500 Schutzsuchende auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge oder ihre Rückführung in die Türkei. "Die Menschen sind vor allem auf Chios und Lesbos zusammengepfercht. Es kommt immer wieder aus Frust zu gefährlichen Auseinandersetzungen", sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur. In den sogenannten Hotspots auf den Inseln gibt es nur Unterbringungsmöglichkeiten für 7.450 Menschen.

Der "Rückstau" der Menschen auf den Inseln hänge auch damit zusammen, dass Ankara im Rahmen des Vorgehens gegen die Putschisten alle türkischen Beobachter von den Inseln abgezogen und noch keine Ersatzleute geschickt habe. Diese Beobachter entscheiden, welche und wie viele der Flüchtlinge, deren Asylanträge abgelehnt wurden, in die Türkei zurückgeschickt werden. Zudem zögerten die griechischen Asylrichter, Menschen zurück in die Türkei zu schicken, hieß es aus Kreisen der Küstenwache.

Unterdessen ist die Zahl der Asylsuchenden, die über Kärnten nach Italien einreisen, binnen eines Monats stark zurückgegangen. Wurden im Juni noch circa 1.000 Flüchtlinge gezählt, so halbierte sich diese Zahl im Juli auf 495, teilten die italienischen Behörden laut Medienberichten am Montag mit.

Diese Flüchtlingsroute ist nicht unbekannt. Den Behörden zufolge versuchen mehrheitlich pakistanische und afghanische Staatsbürger über Österreich und Slowenien nach Italien zu gelangen, um entweder aufgrund von Familienangehörigen im Land zubleiben oder in die Schweiz oder nach Frankreich weiterzureisen.

Seit Mitte Juni sind zudem auch schnelle Rückführungen möglich. Die Polizeibehörden in Kärnten und in Friaul haben ein Abkommen unterzeichnet, das beschleunigte Rückführungsprozeduren von Asylsuchenden zwischen den beiden Ländern erlaubt. Demnach können illegal eingereiste Migranten binnen 24 Stunden nach Italien bzw. umgekehrt nach Österreich zurückgeschoben werden.

Angesichts der rückgängigen Einreisen haben sich laut Behördenangaben auch die Rückführungen nach Österreich reduziert. "Wir müssen jedoch noch August und September abwarten, um festzustellen, ob es sich wirklich um eine Trendwende bei der Flüchtlingsbewegung handelt", berichteten Sicherheitskräfte in der norditalienischen Region.

Quelle: Apa/Dpa

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