Weltpolitik

Zahl der Toten nach Granatenbeschuss in Kabul gestiegen

Einen Tag nach einem Angriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul auf eine Gedenkfeier mit hochrangigen Politikern ist die Anzahl der Toten auf mindestens elf gestiegen. Die Zahl der Verletzten habe 95 erreicht, sagte ein Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, am Freitag.

Angriff auf Gedenkfeier mit hochrangigen Politikern SN/APA (AFP)/WAKIL KOHSAR
Angriff auf Gedenkfeier mit hochrangigen Politikern

Während der Gedenkveranstaltung für einen ehemaligen prominenten Anführer der schiitischen Hasara-Minderheit im Westen Kabuls waren am Donnerstag mehrere Mörsergranaten abgefeuert worden. Die afghanischen Behörden hatten drei Tote und 22 Verletzte bestätigt.

Die sunnitische Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Angriff über ihr Sprachrohr Amaq für sich. Aus dem afghanischen Innenministerium hieß es allerdings am Freitag ohne Begründung, die radikalislamischen Taliban stünden hinter dem Beschuss.

Im Vorjahr wurden in Kabul bei mehr als 20 großen Anschlägen und Angriffen mehr als 550 Menschen getötet. Mehr als 1.000 wurden verletzt. Den Großteil der Anschläge reklamierte die IS-Terrormiliz für sich.

Angriffe auf die schiitische Minderheit der Hazara haben in Afghanistan eine lange Tradition. Zu den schlimmsten Übergriffen zählen die Massaker, die die Taliban 1997 in Mazar i-Sharif sowie 2001 verübten. Seit dem Eingreifen der sunnitischen IS-Terrormiliz 2015 gab es weitere zahlreiche brutale Angriffe auf Schiiten.

Quelle: Apa/Dpa

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