Weltpolitik

Ziel muss sein: Viel schnellere Asylverfahren

Die neue Härte in der Flüchtlingspolitik in Österreich und Deutschland bringt wenig, versichert der Migrationsexperte Gerald Knaus.

Was ist die Lösung? Ein Jugendlicher in einem Flüchtlingslager nahe der serbischen Hauptstadt Belgrad. SN/AP
Was ist die Lösung? Ein Jugendlicher in einem Flüchtlingslager nahe der serbischen Hauptstadt Belgrad.

Gerald Knaus, "Erfinder" des EU-Türkei-Abkommens, sieht nur eine Lösung für die festgefahrene EU-Flüchtlingspolitik: schnelle Asylverfahren und schnelle Abschiebungen. Österreich sollte dafür mit der Türkei verhandeln, nicht mit Balkanländern, rät Knaus.

In der Flüchtlingspolitik schalten jetzt alle auf hart. Sind Rückweisungen, wie sie Deutschland diskutiert, oder Zentren für abgelehnte Asylbewerber auf dem Balkan die richtige Lösung? Knaus: Beginnen wir mit Deutschland: Abgesehen davon, dass sich 800 Kilometer Landgrenze wie mit Österreich nicht so leicht schließen lassen, und abgesehen von der Frage, ob das in Einklang mit EU-Recht ist. Wieso denkt die CSU, dass eine Maßnahme, die direkt darauf abzielt, das Problem in ein Nachbarland zu verschieben, dazu führen soll, dass weniger Menschen in die EU kommen? Die Idee, dass mehr Kontrollen an den Landgrenzen im Schengenraum die Lösung sind, ist falsch. Das zeigt ein Blick nach Frankreich, wo die Zahl der Asylanträge heuer höher ist als 2015.

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