Weltpolitik

Zunehmende Migrantenankunft auf Lampedusa

Auf der italienischen Insel Lampedusa kommen wieder mehr Migranten an. Ein Boot mit 108 Migranten an Bord wurde am Mittwoch unweit der Insel gesichtet und von der Küstenwache in den Hafen eskortiert. Die Geflüchteten wurden in die lokale Flüchtlingseinrichtung geführt. Aus Tunesien traf ein Boot mit circa 20 Menschen ein, das Lampedusa direkt erreichte.

Rasanter Zuwachs an Migranten auf Lampedusa SN/APA (AFP)/ALESSANDRO SERRANO
Rasanter Zuwachs an Migranten auf Lampedusa

570 Personen sind in den vergangenen zwei Wochen auf Lampedusa eingetroffen. Die Polizeigewerkschaft beklagte, dass die Zahl der Sicherheitskräfte auf der Insel für den wachsenden Migrantenstrom unzureichend sei. Dies gefährde die Sicherheit des Personals, das auf der Insel im Einsatz ist, hieß es.

Seit Anfang September haben etwa 1.200 Migranten Süditalien erreicht, teilte das Innenministerium in Rom mit. Im Vergleichszeitraum 2018 waren es 947 gewesen. Ex-Innenminister und Chef der rechtsradikalen Lega Matteo Salvini kritisierte den Einwanderungskurs der neuen Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten (PD), die seit zwei Wochen in Rom regiert. "Die PD regiert Italien und die NGOs bringen wieder täglich Dutzende Migranten nach Italien", meinte Salvini.

Auch der Flüchtlingszustrom aus der Türkei nach Griechenland wird größer: Allein am Dienstag setzten knapp 791 Menschen zu den Inseln Lesbos, Chios, Kos und Samos über und erreichten so die EU. Dies teilte das griechische Ministerium für Bürgerschutz am Mittwoch mit.

So viele Ankünfte an einem Tag hatte es seit 2016 nicht mehr gegeben, als der EU-Türkei-Flüchtlingspakt in Kraft trat, berichtete das Staatsfernsehen.

Nach Angaben des Bürgerschutzministeriums harren auf den Inseln 27.211 Migranten aus. Im April lebten auf diesen Inseln nur 14.000 Migranten. In den vergangenen Monaten hatte stufenweise ein verstärkter Flüchtlingszustrom aus der Türkei begonnen. Im Camp von Moria von Lesbos mit einer Aufnahmekapazität für 3.000 Menschen leben 11.000 Migranten. Im Flüchtlingslager von Samos, wo es eigentlich Platz für nur 650 Menschen gibt, harren knapp 5.200 Migranten aus. Die Bürgermeister der Inseln haben wiederholt vor dramatischen Entwicklungen gewarnt.

Der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die EU alle Flüchtlinge und Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Die Bearbeitung der Asylanträge kommt wegen Personalmangels jedoch auch heute auf den griechischen Inseln nur mühsam voran. Die neue konservative griechische Regierung, die seit Juli im Amt ist, hat angekündigt, die Asylverfahren zu beschleunigen.

Quelle: APA

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