Weltpolitik

Zusammenstoß zwischen Serben und Albanern im Kosovo

Eine Gruppe von 150 Serben, die am Sonntag einer Messe in ihrem früheren Heimatort Mushtishte bei Suva Reka im Süden des Kosovo beiwohnen wollten, ist von albanischen Dorfeinwohnern daran gehindert worden. Demonstranten lieferten sich vier Stunden lang Auseinandersetzungen mit der Polizei, die auch Tränengaseinsatz einsetzte.

Laut Medienberichten wurden nach mehrstündigen gewaltsamen Auseinandersetzungen 24 Demonstranten festgenommen, vier Polizisten wurden verletzt, Verletzte gab es auch unter den Demonstranten, die die Polizei immer wieder mit Steinen und Flaschen bewarfen.

Kurz nach Mittag verzichteten die Serben, deren Busse außerhalb des Dorfes auf die Räumung des Weges zu den Ruinen einer serbisch-orthodoxen Kirche warteten, auf ihre Pläne. Die Messe wurde anschließend im naheliegenden serbisch-orthodoxen Kloster Zociste abgehalten.

Der kosovarische Minister für Flüchtlingsrückkehr und Volksgruppen, Dalibor Jevtic, meinte gegenüber Belgrader Medien, dass die Dorfbewohner mit ihrem Protest den Serben signalisiert hätten, dass sie nicht willkommen seien.

Jevtic hatte im Juni angekündigt, dass ehemalige serbische Dorfeinwohner in Bälde ins Dorf zurückkehren würden. Dies hatte großen Unmut unter den albanischen Dorfbewohnern ausgelöst, die ehemalige serbische Dorfbewohner beschuldigten, während des Kosovo-Krieges (1998-99) Morde begangen und ihre Häuser zerstört zu haben.

Quelle: APA

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